New Genoa motorway bridge construction site

© EPA / LUCA ZENNARO

Chronik Welt
08/02/2020

Neue Brücke von Genua wird eröffnet

Schweigeminute zu Ehren der 43 Todesopfer. 1.000 Arbeiter waren rund um die Uhr beschäftigt, um die Brücke trotz der Ausgangssperre wegen der Coronavirus-Epidemie fertig zu bauen.

Mit einer Schweigeminute zu Ehren der 43 Todesopfer, die am 14. August 2018 beim Einsturz der Morandi-Brücke ihr Leben verloren haben, beginnt am Montag die Einweihung des neuen Autobahnviadukts in Genua. An der Zeremonie um 18.30 Uhr beteiligen sich Staatschef Sergio Mattarella, Premierminister Giuseppe Conte und mehrere Regierungsmitglieder.

Auf der in knapp mehr als einem Jahr errichteten Brücke "Genova San Giorgio" wird die italienische Flagge und die des Heiligen Georgs, mit dem die Stadt Genua eng verbunden ist, gehisst. Die italienische Kunstflugstaffel "Frecce Tricolori" wird am Himmel die weiss-rote Flagge Genuas zeichnen.

Genoa's bridge under construction

Vor Beginn der Zeremonie wird die italienische Hymne ertönen, danach werden die Namen der 43 Todesopfer verlesen. Als erster wird der Bürgermeister von Genua und Regierungskommissar für den Wiederaufbau der Brücke, Marco Bucci, eine Ansprache halten. Die technischen Aspekte der Brücke wird der 82-jährige Stararchitekt Renzo Piano, ein Sohn Genuas, erläutern, der das Autobahnviadukt in Form eines Schiffes, gesäumt von dreieckigen Flügelelementen, entworfen hat.

Nachdem Bucci das Band durchschnitten haben wird, soll die neue Brücke gesegnet werden. Danach werden die Sirenen der Baustelle ertönen. Die Limousine von Präsident Mattarella wird als erstes Fahrzeug die Brücke befahren.

1.000 Arbeiter 

1.000 Arbeiter waren rund um die Uhr tätig, um die Brücke trotz der Ausgangssperre wegen der Coronavirus-Epidemie im März und April fertig zu bauen. Finanziert wurde das 202 Millionen Euro teure Projekt vom Autobahnbetreiber "Autostrade per l'Italia", dessen ungenügende Wartung Hauptgrund für den Einsturz war.

Die feierliche Einweihung der neuen Brücke kurz vor dem zweiten Jahrestag der Tragödie war auch mit großen Kulturevents verbunden. Im Theater "Carlo Felice" wurde am Freitag erstmals das Stück "Tante pietre a ricordare" (Viele Steine zur Erinnerung) aufgeführt, das der am 6. Juli verstorbene Filmmusikkomponist Ennio Morricone im Gedenken an die Opfer der Morandi-Brücke komponiert hatte. Das Werk für Orchester und Chor ist das letzte Stück, an dem der 91-jährige Morricone vor seinem Tod gearbeitet hat. Der Maestro hätte es selber im Theater von Genua dirigieren wollen, jetzt wurde er am Podium von seinem Sohn Andrea ersetzt, der wie sein Vater Dirigent und Komponist ist.

ITALY-ACCIDENT

Die vierspurige Morandi-Brücke im Westen von Genua brach auf einer Länge von mehr als 200 Metern ein. 35 Autos und drei Lastwagen stürzten in den Fluss Polvecevera und wurden teils unter herabfallenden Betontrümmern begraben. Die 1967 fertiggestellte Brücke überspannte Dutzende Bahngleise sowie ein Gewerbegebiet mit Gebäuden und Fabriken. Zum Unglückszeitpunkt wurden Wartungsarbeiten an der Brücke vorgenommen, überdies gab es ein heftiges Unwetter.

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