© APA/AFP/DIEGO OPATOWSKI

Chronik Welt
09/04/2021

Nach Terror: Neuseeländische Supermärkte nehmen Messer aus Regalen

In einem neuseeländischen Vorort von Auckland griff ein Mann mit einem Messer mehrere Personen an. Drei Menschen befinden noch in kritischem Zustand.

In Neuseeland hat die Supermarktkette "Countdown" nach der Messerattacke in Auckland alle Scheren und Messer aus den Regalen entfernt. "Wir möchten, dass sich alle unsere Mitarbeiter sicher fühlen wenn sie zur Arbeit kommen, insbesondere in Anbetracht der gestrigen Ereignisse", sagte die Managerin für Sicherheit bei "Countdown", Kiri Hannifin, am Samstag. Die Supermarktkette berate außerdem darüber, ob die scharfen Gegenstände überhaupt noch verkauft werden sollen.

Wie lokale Medien berichten, haben auch andere Supermärkte Messer aus dem Verkauf genommen. Ein Mann hatte am Vortag in Auckland in einem Supermarkt mit einem Messer aus dem Geschäft insgesamt sieben Menschen verletzt, drei davon schwer. Sie befinden sich in einem kritischen Zustand. Laut Ministerpräsidentin Jacinda Ardern sei der Angreifer Anhänger der Ideologie des "Islamischen Staats" gewesen. Der aus Sri Lanka stammende Mann war seit zehn Jahren in Neuseeland und stand seit 2016 unter Beobachtung der Sicherheitsbehörden.

Gesetz wird verschärft

Nach der Messerattacke will Premierministerin Jacinda Ardern eine bereits auf den Weg gebrachte Verschärfung der Antiterrorgesetze schnell umsetzen. Bis Ende des Monats werde das Parlament die Neuregelung verabschieden, versprach sie am Samstag vor Journalisten. Diese sieht vor, dass bereits Planung und Vorbereitung - und nicht erst die Ausführung - eines Terroranschlages unter Strafe gestellt werden.

Der Täter war am Freitag in einem Supermarkt in einem Vorort der Metropole Auckland mit einem Messer auf Menschen losgegangen, ehe er von der Polizei erschossen wurde. Sie werde den Namen des aus Sri Lanka stammenden Angreifers nicht nennen, sagte die Ministerpräsidentin: "Kein Terrorist, egal ob lebendig oder tot, verdient es, dass sein Name für die von ihm verfolgte Niedertracht erwähnt wird."

Der Mann war seit 2011 in Neuseeland. Er sei für seine von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) inspirierten Ansichten bekannt gewesen, und er sei im Juli aus der Haft entlassen worden, sagte Ardern. Seitdem habe er unter Polizeibeobachtung gestanden. Die Behörden hätten alle zur Verfügung stehenden Mittel benutzt, um die Menschen vor ihm zu schützen. Polizeichef Andrew Coster erklärte, es habe keine rechtlich Handhabe gegeben, den Angreifer vor der Tat festzunehmen.

Bei dem bisher schlimmsten Anschlag in der jüngeren Geschichte des Pazifikstaats hatte im März 2019 ein rechtsextremer Australier in der Stadt Christchurch zwei Moscheen angegriffen und 51 Menschen erschossen. Der Täter wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.

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