Frau (35) von Müllabfuhr-Greifzange getötet: Familie zieht vor Gericht
In Kentucky kam es zu einem schrecklichen Unfall, bei dem eine Frau von der Greifklaue eines Müllwagens eingeklemmt und getötet wurde. (Symbolbild)
Eine Obdachlose verstarb am 12. Februar im Zuge eines Unfalls mit einem Lkw der städtischen Müllabfuhr, nachdem sie von der hydraulischen Greifzange eines Müllwagens bei routinemäßigen Reinigungsaktion erfasst worden war. Wochenlang wurde behauptet, dass die 35-Jährige bei einem Zusammenstoß gestorben sei, der Gerichtsmediziner lieferte schließlich eine konkrete Todesursache: Sie starb an den Folgen stumpfer Gewalteinwirkung und eines Kompressionstraumas.
Klage wegen unrechtmäßiger Tötung eingereicht
US-Medienberichten zufolge reichte die Anwältin der Familie von Tyrah Adams am 20. Mai eine Klage wegen unrechtmäßiger Tötung gegen die Stadtverwaltung von Louisville, das städtische Bauamt und städtische Angestellte ein. In der Klageschrift heißt es, der Tod von Adams sei "grauenhaft und vermeidbar" gewesen.
Frau wurde von Müll-Greifer zerquetscht
Rückblick: Die Stadt beschrieb den Tod der US-Amerikanerin als "Zusammenstoß" mit dem Lkw. Doch im April bestätigte der Gerichtsmediziner von Jefferson County, dass Adams an den Folgen stumpfer Gewalteinwirkung und eines Kompressionstraumas gestorben ist.
"Sie ist nicht freiwillig in diesen Lkw gestiegen. Sie wurde mit der Klaue hochgehoben, gequetscht, zusammengedrückt und fallengelassen. Und dann ließen sie sie dort zurück, damit sie sich selbst Hilfe sucht“, sagte Stephanie Rivas, die Anwältin der Familie, gegenüber WSAZ. Untersuchungen zufolge waren zwei Mitarbeiter der Müllabfuhr im Lastwagen.
Lkw-Fahrer leistete keine Hilfe
Laut einem Polizeibericht sollen Zeugen beobachtet haben, wie der Lenker des Müll-Lkws ausstieg, sich den zusammengedrückten "Müllhaufen" ansah und wieder in das Fahrzeug einstieg. Adams soll danach aufgestanden, zu einem Geschäft gegangen und im Türrahmen zusammengebrochen sein.
Laut Zeugenaussagen hat sie geblutet und war unfähig zu sprechen. Ein Kassierer und ein Kunde verständigten daraufhin die Rettung – die restlichen Mitarbeiter des Geschäfts sollen nicht geholfen oder den Notruf kontaktiert haben.
"Dass sie ihr überhaupt nicht geholfen haben – das macht den größten Teil meiner Wut aus. Er wusste, was er getan und gesehen hatte, und hatte nicht einmal den Anstand, einfach zu helfen“, sagte Sandra Akers, die Schwester des Opfers.
Mitarbeiter vom Dienst suspendiert
Der Familie werden weiterhin Informationen vorenthalten, die wichtige Schlüsselfaktoren zum Unfall ausmachen. "Es ist, als würde man jedes Mal einen Schlag in die Magengrube bekommen, wenn etwas Neues herauskommt. Aber gleichzeitig ist es eine Erleichterung, dass man mehr zu sehen bekommt“, sagte Akers.
Die beiden beteiligten Mitarbeiter der Müllabfuhr sind weiterhin vom Dienst suspendiert.
Kommentare