Chronik | Welt
01.11.2018

Mehr Seehundwelpen im Wattenmeer als jemals zuvor gezählt

Gesamtbestand in der Nordsee weiter stabil. Experten zufrieden mit Entwicklung.

Im Wattenmeer der Nordsee hat es in diesem Jahr so viele Seehundwelpen wie nie zuvor seit Beginn der Zählungen gegeben. Bei den offiziellen Beobachtungsflügen seien in Dänemark, Deutschland und den Niederlanden 9.285 Jungtiere gesehen worden, teilte das Gemeinsame Wattenmeersekretariat in der deutschen Stadt Wilhelmshaven am Donnerstag mit.

Der Gesamtbestand der Seehunde in der Nordsee blieb nach Angaben der Experten aus den drei Wattenmeer-Anrainerstaaten stabil. Bei den Zählflügen wurden 27.492 Tiere dokumentiert, davon 16.892 in Deutschland.

Population seit Jahren konstant

Die Population der Meeressäuger hält sich seit 2012 auf einem Niveau von 25.000 bis 27.000 Tieren konstant. Dem Wattenmeersekretariat zufolge könnte dies darauf hindeuten, dass der Bestand unter den gegebenen Umweltbedingungen die maximale Größe erreicht haben könnte.

Insgesamt schätzen die Experten den Bestand auf etwa 40.000 Tiere. Dies ergibt sich daraus, dass sich stets lediglich ein Teil der Tiere zugleich an Land aufhält und bei den Zählflügen beobachtet werden kann. Die Experten arbeiten deshalb mit einem Korrekturfaktor, um die Gesamtzahl der Seehunde anzugeben.

Im Vorjahr waren im Wattenmeer insgesamt 9.167 Welpen gezählt worden, also 118 weniger als in diesem Jahr. Tatsächlich gehen die Experten sogar von einem noch höheren Anstieg aus.

Deutschland, Dänemark und die Niederlande koordinieren ihre Schutzmaßnahmen im Wattenmeer. Sie haben dafür die sogenannte Trilaterale Wattenmeer-Zusammenarbeit ins Leben gerufen.