Wählen Sie KURIER als bevorzugte Google-Quelle

Moderne Drohnenwaffen: Mafia will sich hochwertiges Arsenal aufbauen

Laut Ermittlern wollen sich Clans moderne Drohnenwaffen beschaffen.
Italian police arrest over 180 suspected Cosa Nostra members

Die italienische Mafia versucht nach Angaben der Staatsanwaltschaft Palermo, moderne Drohnenwaffen zu beschaffen, wie sie im Krieg in der Ukraine eingesetzt werden. Es gebe Hinweise darauf, dass kriminelle Organisationen Munition erwerben wollen, die von Drohnen abgefeuert werden kann, sagte der Oberstaatsanwalt von Palermo, Maurizio De Lucia, vor der parlamentarischen Anti-Mafia-Kommission in Rom am Dienstag.

„Wir sind nicht darauf vorbereitet, uns gegen solche Waffen zu verteidigen“, sagte De Lucia. Die Mafia versuche, ein „hochwertiges Waffenarsenal“ wieder aufzubauen. Nach Angaben des Staatsanwalts wurden bereits Waffen sichergestellt, die über den Balkan nach Italien gelangten. Die Bemühungen um die Beschaffung moderner Waffensysteme beschränkten sich nach De Lucias Worten nicht auf Sizilien.

Oberstaatsanwalt beklagt Einfluss der organisierten Kriminalität in Gefängnissen

De Lucia hatte kürzlich die Zustände in den italienischen Gefängnissen scharf kritisiert und vor einem wachsenden Einfluss der organisierten Kriminalität gewarnt. „Wir zahlen den Preis dafür, dass die Gefängnisse nicht mehr unter der Kontrolle des Staates stehen“, sagte De Lucia bei einer Veranstaltung in Palermo. Nach seinen Angaben kommunizieren Häftlinge inzwischen problemlos mit Personen außerhalb der Gefängnisse sowie mit Insassen anderer Haftanstalten. Es gebe regelrechte „Telefon- und Videokonferenzen“ zwischen Häftlingen und Personen außerhalb der Gefängnisse.

De Lucia verwies zudem auf die chronische Überbelegung der Haftanstalten: Die Zahl der Inhaftierten übersteige die Kapazitäten deutlich. Gleichzeitig fehle es an einer angemessenen Betreuung der Insassen. Viele Drogenabhängige gehörten seiner Ansicht nach nicht ins Gefängnis, sondern in therapeutische Einrichtungen. Mit seinen Äußerungen verschärfte De Lucia die Debatte über die Krise des italienischen Strafvollzugs. Dieser leidet seit Jahren unter Überbelegung, Personalmangel und zunehmenden Sicherheitsproblemen.

Kommentare