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Chronik Welt
01/24/2019

Männer benachteiligt? Deutsche Debatte um Frauenparkplätze

Ein 25-jähriger Jusstudent klagte eine bayrische Stadt, die spezielle Parkplätze für Frauen errichtet hatte.

von Irene Thierjung

Eichstätt ist ein alter Bischofssitz in Bayern, mit 13.500 Einwohnern und einer pittoresken Altstadt. Rund um diese finden sich einige Hundert Parkplätze, 30 davon haben die Stadt nun vor Gericht – und in die Medien – gebracht.

Ein Jusstudent aus dem Rheinland hatte sich benachteiligt gefühlt, als er bei einem Besuch bei einem Freund öffentliche Parkplätze „nur für Frauen“ entdeckte. Er habe dann zwar nicht auf diesen geparkt, sich allerdings sehr geärgert, gab der 25-Jährige zu Protokoll.

Seine Klage vor dem Verwaltungsgericht München begründete der 25-Jährige damit, dass nicht nur Männer, sondern auch Frauen durch derartige, meist beleuchtete und gut einsehbare Stellplätze für Frauen.

Diese gibt es zwar inzwischen in vielen Einkaufszentren oder auf anderen privaten Parkplätzen in ganz Europa, in der deutschen Straßenverkehrsordnung sind sie anders als Parkplätze für Behinderte allerdings nicht vorgesehen.

Vergewaltigung

Eichstätt hielt dagegen, dass man die Parkplätze errichtet habe, weil 2016 eine Frau in der Nähe vergewaltigt worden war. "Es ist nun einmal statistisch erwiesen, dass Frauen häufiger Opfer von Gewaltdelikten werden als Männer", sagte der Leiter des städtischen Rechtsamts, Hans Bittl. Es sei Männern zudem nicht verboten worden, ihr Auto auf den Frauenparkplätzen abzustellen.

Vor Gericht einigten sich die Parteien nun, dass die Stadt Eichstätt den rein „empfehlenden Charakter“ der Parkplätze durch neue Schilder verdeutlichen wird. Ein grundsätzliches Urteil erging aber nicht – das Thema bleibt also umstritten.

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