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Chronik Welt
02/01/2019

Video: Leopard versetzte indische Stadt in Panik

Verirrtes Tier verletzte vier Menschen, bevor es eingefangen werden konnte. Schaulustige behinderten Rettung.

Es sind dramatische Szenen, die sich am Donnerstag in der nordindischen Stadt Jalandhar abspielten. Ein verirrter Leopard attackierte mehrere Menschen. Ehe das vollkommen verstörte Tier eingefangen werden konnte, wurden vier von ihnen mitunter schwer verletzt.

Fraglich ist, ob es überhaupt so weit kommen hätte müssen. Bei den meisten Verletzten handelt es sich um Schaulustige, den dem fauchenden Leopoard schlichtweg zu nahe gekommen waren.

In die Enge getrieben, überwand der Leopard selbst zwei Meter hohe Mauern mit einem Sprung. 

Wildschutzbeamte des Bundesstaates Punjab erklärten laut internationalen Medien, der Leopard sei von den Hügeln des Nachbarstaates Himachal Pradesh gekommen und durch Wälder und Felder nach Jalandhar gelangt. Die Nachricht, dass sich ein wildes Tier nach Jalandhar verirrt hatte, lockte zahlreiche Schaulustige an, die einen Blick auf das seltene Tier werfen wollten. Die Polizei musste mehrere Straßen absperren, um Passanten und Anwohner fernzuhalten.

Leoparden sind vom Aussterben bedroht. Sie gelten als scheue, nachtaktive Tiere. Insbesondere in Indien kommt es aber immer wieder zu Sichtungen in der Nähe von Siedlungen. Grund dafür ist vor allem die landwirtschaftliche Nutzung des angestammten Lebensraums der Großkatze. Die bis zu 70 Kilogramm schweren Tiere bevorzugen bewaldete Regionen mit offenen Flächen, wie sie sich etwa auch in Teeplantagen oder am Rand von Feldern bieten. Einer Untersuchung aus dem Jahr 2014 zufolge passen sich Leoparden oft auch an neue Nahrungsquellen an. So gehören Ziegen oder streunende Hunde immer öfter zum Speiseplan von Leoparden.