Kälte in Florida: Es regnet stocksteife Leguane von den Bäumen

Zwei Personen in Warnwesten halten mehrere große Leguane in den Armen.
Die Leguane fallen von den Bäumen. Grund dafür sind ungewöhnliche Temperaturen unter 10 Grad, die die Tiere in eine Kältestarre versetzen. Der Sunshine State hält seine Bürger an, die Leguane aufzulesen und abzugeben.

Von Timo Buchhaus

In Florida könnte es derzeit geschehen, dass jemandem ein Leguan auf den Kopf fällt. Mehrere Verletzungen wurden bereits gemeldet. Der Grund ist ein Temperaturtief im Süden Floridas. Das zwingt die wechselwarmen Baumbewohner in eine temporäre Kältestarre. 

Dies wollen Floridas Behörden nun ausnutzen und ermutigen die Bevölkerung zum Sammeln und Abgeben der erstarrten Leguane. In Stoffsäcke verpackt, werden sie in verschlossene Container mit der Aufschrift “Verbotene Reptilien” verladen.

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Zwei Personen in Warnwesten halten mehrere große Leguane in den Armen.

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Der grüne Leguan gilt in Florida als eine invasive Spezies. Er stellt er in der Konkurrenz um die schrumpfenden natürlichen Lebensräume Floridas eine Bedrohung für einheimische Arten dar. Das bedroht etwa heimische Schneckenarten und die Gopherschildkröte. Vor allem aber den ohnehin schon stark gefährdeten Miami-Bläuling, eine lokale Schmetterlingsart. 

Die Urzeitreptilie und der Mensch

Doch auch mit Menschen tritt die Urzeitreptilie in Konflikt. Grüne Leguane graben Tunnel, die bis zu 15 Meter tief sein können, und damit in der Lage sind, Bauwerke und Straßen zu destabilisieren.

Der grüne Leguan hat sich seit den 1960ern in rasantem Tempo im Süden Floridas ausgebreitet. Durch den Klimawandel wandert er immer weiter in den Norden. So könnte er auch dort schon bald zum Problem werden. 

Dafür, wie er überhaupt nach Florida gekommen ist, gibt es unterschiedliche Erklärungen. Als gesichert gilt, dass der Handel mit exotischen Tieren in den 60ern, sowie der internationale Schiffsverkehr eine Rolle spielten. So kamen ausländische Spezies oft als “blinde Passagiere” an Bord. An den Ankunftsorten konnten sie sich aufgrund fehlender Fressfeinde oft sehr erfolgreich etablieren.

Die ursprüngliche Heimat des grünen Leguans sind die tropischen Regionen Südamerikas. Dort ist die Leguanpopulation aufgrund von Bejagung teilweise sogar rückläufig. So erließ beispielsweise Nicaragua saisonale Jagdverbote, um die Population zu schützen. Leguan ist dort eine beliebte Delikatesse. Sein Fleisch findet beispielsweise in der traditionellen Pinol de Iguana, einem Leguaneintopf, der rund um die Osterzeit verspeist wird, Verwendung.

Auch in Florida findet das Reptilienfleisch gelegentlich seinen Platz auf dem Teller. Dort plant man derzeit die Einschläferung aller gefangenen Leguane. Ob das die Leguaninvasion ein für alle mal stoppen wird, bezweifeln Experten. 

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