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Chronik Welt
07/18/2021

Unwetter ziehen weiter: Katastrophenfall auch in Oberbayern, zwei Tote

In Deutschland verlagern sich die Unwetter nach Sachsen und Oberbayern.

Überflutete Straßen, Erdrutsche und evakuierte HĂ€user und möglicherweise zwei Todesopfer - nach starkem Regen hat der Landkreis Berchtesgadener Land in Oberbayern am spĂ€ten Samstagabend den Katastrophenfall ausgerufen. Zwei Menschen starben in dem Hochwassergebiet.

Es sei aber noch unklar, ob deren Tod in Zusammenhang mit dem Hochwasser stehe, sagte die Sprecherin des Landratsamt Berchtesgadener Land, Alexandra Rothenbuchner.

Die Feuerwehr war Samstagabend in dem Landkreis nach sintflutartigem Regen im Dauereinsatz. Die Lage sei dramatisch, sagte ein Sprecher der Integrierten Leitstelle Traunstein. Das Wasser schieße aus den Bergen, gleichzeitig stiegen die PegelstĂ€nde des Flusses Ache an.

HÀuser mussten gerÀumt werden

Betroffen waren vor allem die Orte Berchtesgaden, Bischofswiesen Schönau am Königssee, Marktschellenberg und Ramsau im Ă€ußersten SĂŒdosten Bayerns. Dort trat der Fluss stellenweise ĂŒber die Ufer und ĂŒberflutete Straßen. HĂ€nge rutschten ab. Einzelne HĂ€user mussten deshalb gerĂ€umt werden, sagte Rothenbuchner. Aktuell sei aber niemand in seinem Haus eingeschlossen. Bisher seien hauptsĂ€chlich Keller voll gelaufen.

„Es kommen stĂ€ndig Notrufe rein“, sagte ein Polizeisprecher in Rosenheim. Im Landkreis Berchtesgadener Land seien sĂ€mtliche Feuerwehren gefordert. „Die Lage ist unĂŒbersichtlich“, sagte der Sprecher. Bundesstraßen seien ĂŒberflutet oder wegen MurenabgĂ€ngen gesperrt worden.

ZunĂ€chst war auch die Feuerwehr in Reit im Winkl im Nachbarlandkreis Traunstein gefordert. Dort beruhigte sich die Lage aber im Laufe des Abends. Im Landkreis Berchtesgadener Land war fĂŒr die Nacht dagegen weiterer Regen angesagt.

Medien berichteten von Rekord-PegelstĂ€nden an der Ache - bis 22 Uhr lagen sie schon bei etwa 3,75 Metern. Bilder zeigen Straßen, die sich in reißende BĂ€che verwandeln. Menschen waten knietief im Wasser. Alle paar Hundert Meter sei die Feuerwehr im Einsatz, berichtet ein Augenzeuge. Traktoren rĂ€umten Schutt beiseite. Zum Teil stehe das Wasser bis zu 50 Zentimeter hoch.

Überflutungen auch in Sachsen

Immense RegenfĂ€lle haben am Samstag in Teilen Sachsens heftige Überschwemmungen verursacht. In der SĂ€chsischen Schweiz waren mehrere Ortslagen von StĂ€dten und Gemeinden nicht mehr erreichbar.

Besonders betroffen seien Neustadt, Sebnitz, Bad Schandau, Reinhardtsdorf-Schöna und Gohrisch, informierte das Landratsamt am Abend. Die Bahnstrecke zwischen Bad Schandau und dem tschechischen Dečin wurde gesperrt.

„Die Situation ist angespannt, aber beherrschbar“, erklĂ€rte das Lagezentrum des Innenministeriums in Dresden auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.  Nach Auskunft des Landeshochwasserzentrums hatte es im Einzugsgebiet der Kirnitzsch und der Sebnitz innerhalb von 24 Stunden teils mehr als 100 Liter pro Quadratmeter geregnet. In Lichtenhain-Mittelndorf seien es 110 Liter, in Weifa 104 Liter gewesen.

Daraufhin waren die WasserstĂ€nde zahlreicher FlĂŒsse rapide angeschwollen. So wurde an der Polenz die Alarmstufe 4 ĂŒberschritten, in den UnterlĂ€ufen der Kirnitzsch, der Sebnitz und des Lachsbaches habe es einen „extremen Wasserstandsanstieg“ gegeben. „Es sind starke Überschwemmungen zu erwarten“, hatten die Experten am Abend gewarnt.

Die regionale Leitstelle in Dresden sprach von mehr als 250 EinsĂ€tzen seit dem Nachmittag. In der SĂ€chsischen Schweiz seien Straßen und Keller ĂŒberflutet worden sowie HĂ€nge abgerutscht. Neben kleineren FlĂŒssen, die extrem angeschwollen seien, habe sich das viele Wasser an HĂ€ngen hinab den Weg gebahnt, hieß es. Von Verletzten oder grĂ¶ĂŸeren Evakuierungen war vorerst nichts bekannt.

Anrainer errichten Blockaden, um ihre HĂ€user zu schĂŒtzen

FĂŒr weite Teile Sachsens hatte der Deutsche Wetterdienst am Samstag bis in die Nacht hinein vor Unwettern bis zur Stufe 3 von 4 gewarnt. Auch in anderen Regionen hatte es deswegen zahlreiche EinsĂ€tze von RettungskrĂ€ften gegeben - etwa in Ostsachsen in den Landkreisen Bautzen und Görlitz. Auch dort hatte starker Regen Straßen und Keller unter Wasser gesetzt. Zudem stiegen die WasserstĂ€nde im Gebiet der Lausitzer Neiße erheblich an. So wurde am Pegel in Zittau die Alarmstufe 4 ĂŒberschritten.

Auch aus Westsachsen wurde örtlich von Problemen mit ĂŒberfluteten und Kellern berichtet, etwa in Hohenstein-Ernstthal, Oberlungwitz und WĂŒstenbrand. Teils errichteten Anrainer Blockaden, um ihre HĂ€user zu schĂŒtzen.

Die Störung der Bahnstrecke zwischen Bad Schandau und Dečin werde voraussichtlich bis Sonntagnachmittag dauern, informierte die Deutsche Bahn. „ZĂŒge des Fernverkehrs enden und beginnen in Dresden Hauptbahnhof.“ Im Fernverkehr betrifft es die Verbindung Hamburg-Berlin-Dresden-Prag. Auch im Nahverkehr kam es zu AusfĂ€llen, Ersatzverkehr durch Busse habe wegen schwieriger StraßenverhĂ€ltnisse nicht eingerichtet werden können, hieß es.

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