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Chronik Welt
07/14/2020

Land unter in China: Nach Corona kam die große Flut

Mit Sandsäcken versuchen Soldaten nun die zerstörten Deiche entlang des Jangse-Flusses zu ersetzen.

Es sind die schlimmsten Regenfälle in China seit einem halben Jahrhundert, eine halbe Million Menschen in der Provinz Jiangxi wurde in Sicherheit gebracht und dennoch gibt es bereits mehr als 140 Todesopfer. Entlang des Jangtse-Flusses haben am Dienstag zehntausende Einsatzkräfte gegen weitere folgenschwere Überschwemmungen in der Region gekämpft.

Soldaten in Rettungswesten schleppten Sandsäcke zum Ufer des Poyang-Sees in der südöstlichen Provinz Jiangxi. In der Stadt Jiujiang, in deren Nähe der See in den Jangtse mündet, errichteten sie einen Damm.

Bereits 141 Tote und Vermisste

Staatsmedien zufolge wurden mehr als 100.000 Soldaten, Rettungskräfte und andere Menschen für den Hochwasserschutz mobilisiert. Rund die Hälfte von ihnen wurde zum Poyang-See geschickt, wo bereits viele Dämme und Deiche gebrochen sind. Der Poyang-See ist das größte Süßwassergewässer, das sich vollständig auf chinesischem Gebiet befindet.

Der Jangste-Fluss trat weit über seine Ufer.

Hier sehen Sie einen überschwemmten Teil der Stadt Liuzhou.

141 Menschen sind tot oder werden vermisst.

Umweltschützer meinen, dass die Flüsse in China zu verbaut sind, Überflutungsebenen abgeschnitten werden.

Dieses Schiff könnte theoretisch auch in die Stadt fahren.

Soldaten bauen einen Wall aus Sandsäcken zum Ufer des Poyang-Sees, der vom Jangse durchflossen wird.

Viele Dämme und Deiche sind hier gebrochen. Die Sandsäcke sollen die Flut nun stoppen.

Parkanlagen wie diese, rund um den Poyang-See, sind überschwemmt.

Ein Mann paddelt dort, wo sonst das Ufer ist.

Der Wall

Wassermarsch

Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, der Wasserstand des Sees habe bereits einen Rekord aus dem Jahr 1998 gebrochen, als in der Region mehr als 4.000 Menschen bei Überschwemmungen ums Leben gekommen waren. Bereits seit Juni regnet es in der Region so heftig wie seit 60 Jahren nicht mehr. Bei vielen mit dem Jangtse verbundenen Gewässern wurden Rekord-Wasserstände gemessen. Nach Behördenangaben kamen bereits 141 Menschen ums Leben oder gelten als vermisst.

Gründe für die Flut

Sorgen machten sich die Behörden auch um die am Jangtse gelegene Elf-Millionen-Einwohner-Metropole Wuhan, die bereits von der Corona-Pandemie besonders hart getroffen wurde. Doch der Jangtse erreichte in der Hauptstadt der Provinz Hubei am Montag offenbar seinen Höchststand, ohne größere Schäden anzurichten.

Der Jangtse ist nach dem Nil und dem Amazonas der drittlängste Fluss der Welt. Allein in seinem Mündungsbereich leben rund 400 Millionen Menschen, rund ein Drittel der chinesischen Bevölkerung. Wegen der Eisschmelze in Tibet und sommerlicher Regenfälle gibt es regelmäßig Überschwemmungen entlang des Jangtse.

Umweltschützern zufolge hat die Hochwassergefahr in den vergangenen Jahrzehnten allerdings zugenommen. Sie machen dafür den ungehemmten Bau von Sperranlagen verantwortlich, die Verbindungen zwischen Flüssen, Seen und Überflutungsebenen abschneiden. Als weiteren Faktor nennen sie die verstärkte Gletscherschmelze im Himalaya infolge des Klimawandels.

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