Wählen Sie KURIER als bevorzugte Google-Quelle

Iran-Krieg: Warum Kartoffelchips-Packungen in Japan jetzt grau werden

Der Iran-Krieg sorgt in Japan für ungewöhnliche Folgen: Chipshersteller Calbee druckt Verpackungen wegen Rohstoffmangels bald nur noch in Schwarz-Weiß.
Bunte Calbee-Kartoffelchipstüten mit japanischer Aufschrift im Supermarktregal.

Japans führender Snack-Hersteller Calbee greift zu einer ungewöhnlichen Maßnahme, um erdölbasierte Rohstoffe einzusparen: In einer Pressemitteilung kündigte der Konzern laut Reuters an, ab 25. Mai bislang farbenfrohe Chips-Tüten in Grautönen zu drucken. 

Chipspackungen von Calbee künftig grau statt bunt

Von der Umstellung seien 14 Produkte betroffen. Statt leuchtender gelber und oranger Verpackungen mit dem ikonischen, huttragenden Kartoffel-Maskottchen auf der Vorderseite sollen künftig auf das Wesentliche reduzierte Schwarz-Weiß-Designs in den Regalen stehen. 

Wie lange diese im Handel bleiben werden, ist nicht bekannt. Qualität und Zusammensetzung des Inhalts bleiben unverändert, betont das Unternehmen. 

"Diese Maßnahme soll dazu beitragen, eine stabile Produktversorgung aufrechtzuerhalten", heißt es weiter in der Erklärung. Die Umstellung sei eine Reaktion auf "Lieferengpässe bei bestimmten Rohstoffen infolge der anhaltenden Spannungen im Nahen Osten". 

Grund ist Rohstoffmangel infolge des Iran-Kriegs

Laut japanischen Medienberichten spürt das Unternehmen den Rohstoffmangel besonders bei Druckfarben. Hintergrund ist der Lieferengpass bei Naphtha, einem aus Erdöl gewonnenen industriellen Rohstoff, der unter anderem zur Herstellung von Druckfarben und Kunststoffen verwendet wird. 

Wie Reuters weiter berichtet, sind seit Beginn des Iran-Kriegs rund 20 Prozent der weltweiten Ölversorgung durch die erheblichen Einschränkungen in der Straße von Hormus beeinträchtigt. 

Kommentare