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Chronik Welt
09/10/2020

Kanada: Flug gestrichen, weil 19 Monate altes Kind keine Maske trug

Auch die Polizei wurde zugeschalten.

von Katharina Alfon

Wie BBC am 10. September berichtet, ereignete sich der Vorfall am Dienstagmorgen, dem 8. September, auf einem Flug der Airline WestJet von Calgary nach Toronto.

Mann und Frau Choudhry waren mit ihren zwei Kindern unterwegs. Gegenüber BBC schilderte der Vater, dass seine ältere Tochter (3) vor dem Abflug noch eine Kleinigkeit gegessen habe. Flugbegleiter haben sie dann aber gebeten, dass beide Töchter umgehend eine Maske tragen sollen. Die Eltern trugen bereits einen Mund-Nasen-Schutz.

Als er fragte, ob seine Tochter nicht noch schnell fertig essen könne, wurde er auf die strenge Null-Toleranz-Politik der Airline hingewiesen - sie würden nicht abfliegen, wenn das kleine Mädchen keine Maske trägt. Er war sofort einverstanden und folgte den Anweisungen.

Nach kurzem Jammern, spurte die 3-Jährige. Die Jüngere jedoch stellte ein wesentlich größeres Problem dar: "Sie war hysterisch". Anscheinend war das 19 Monate alte Mädchen sogar so aufgebracht, dass es sich übergab - die Maske konnten sie ihr dann nicht aufsetzen und so wurden sie vom Personal des Flugzeugs verwiesen. Würden sie nicht freiwillig gehen, drohe ihnen eine Strafe und Gefängnis.

Er und seine Frau respektieren die Entscheidung und verließen die Maschine. Später erfuhren die Eltern, dass eigentlich nur Kinder über zwei Jahren eine Maske tragen müssten - ihre Kleinste somit nicht.

WestJet hat sich zu den Vorkommnissen bereits geäußert und bestreitet, dass die Eltern der 3-Jährigen einen Mund-Nasen-Schutz aufgesetzt haben, als sie danach gefragt wurden - die Airline habe demnach lediglich den Regeln gefolgt. Ein Video des Vaters beweist jedoch das Gegenteil.

Einige Passagiere waren mit der Entscheidung der Flugbegleiter einverstanden, aber der Großteil setzte sich für die Familie ein und unterstützte sie. Der Tumult geriet schlussendlich so aus den Fugen, dass die Polizei hinzugeholt und der Flug gestrichen und auf den nächsten Tag verschoben werden musste.

Eine Passagierin, welche ebenso Interaktionen des Vorfalls dokumentierte, glaube sogar, dass die Familie wegen ihrer Rasse und Religion zur Zielscheibe wurde - die Frau trägt ein Hidschab. Sie sei zudem generell absolut schockiert von dem Umgang des Personals mit den Eltern gewesen.

Die Familie sitzt anscheinend noch immer in Calgary fest und ihnen wurde kein Ersatzflug angeboten.

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