Winter-Chaos in Europa: Schnee und eisige Temperaturen in der Toskana

Siena's historic center blanketed in snow
Auch Deutschland rüstet sich für massive Schneefälle, gefrierenden Regen und Sturm: Ab Donnerstagabend erwartet der Deutsche Wetterdienst in weiten Teilen des Landes gefährliche Niederschläge.

Die in Europa herrschende Kältewelle hat auch weite Teile Italiens erfasst und sorgt für Schnee und eisige Temperaturen. Schneefälle werden unter anderem entlang der westlichen Alpen sowie in der Toskana gemeldet. In der toskanischen Stadt Siena fiel am frühen Donnerstagmorgen überraschend Schnee, woraufhin die Stadtverwaltung die Schließung aller Schulen sowie der Pensionisten- und Behindertenzentren anordnete.

Auch in Venetien herrscht klirrende Kälte. Die Temperaturen lagen landesweit unter dem Gefrierpunkt, mit einem Tiefstwert von minus 23,1 Grad auf dem Hochplateau von Asiago. Ähnliche Temperaturen wurden auch in Südtirol gemessen: Sexten bestätigte sich als kältester Ort mit einem Tiefstwert von minus 19 Grad. In Bozen startete die Bevölkerung bei minus acht Grad in den Tag.

Starker Feuerwehreinsatz in den Regionen Emilia Romagna und Marken

In der Emilia Romagna und in der Adria-Region Marken waren die Feuerwehrkräfte am Donnerstag stark gefordert. Insgesamt wurden rund 950 Einsätze registriert, vor allem wegen umgestürzter Bäume, blockierter Straßen und festgefahrener Fahrzeuge. Besonders betroffen waren die Provinzen Forlì-Cesena, Rimini, Ravenna sowie Pesaro-Urbino.

Schneefälle wurden auch in der süditalienischen Adria-Region Apulien gemeldet. In zahlreichen Gemeinden blieben die Schulen geschlossen, vereinzelt wurden auch öffentliche Einrichtungen wie Friedhöfe und Grünanlagen gesperrt.

Auch Sardinien blieb von den Unwettern nicht verschont: In der Provinz Nuoro sorgten Schnee, Regen und starker Wind für zahlreiche Feuerwehreinsätze. Bäume stürzten auf Straßen, Stromleitungen und Telefonmasten mussten gesichert werden. In den Berggebieten kam es zu Schneefällen.

Wetter bleibt eisig

Für die kommenden Tage wird eine weitere Wetterverschlechterung erwartet, da kräftige Winde aus Südwesten und Westen erneut feuchte und instabile Luftmassen nach Italien führen sollen. Gerechnet wird mit Regen und Schnee bis in tiefere Lagen.

Deutschland rüstet sich für massive Schneefälle

Auch Deutschland rüstet sich indes für massive Schneefälle, gefrierenden Regen und Sturm: Ab Donnerstagabend erwartet der Deutsche Wetterdienst in weiten Teilen des Landes gefährliche Niederschläge, am Freitag drohen demnach teils unwetterartige Neuschneemengen von bis zu 20 Zentimetern sowie Schneeverwehungen. Schnee und Glätte haben das Land bereits im Griff. Die Deutsche Bahn reduzierte ihr Fernverkehrsangebot in Teilen Norddeutschlands, auf Straßen gab es Behinderungen und Unfälle.

Bei Gehrde in Niedersachsen starb am Donnerstagmorgen ein Autofahrer, als er nach Polizeiangaben aufgrund von Glätte auf einer Bundesstraße die Kontrolle über seinen Wagen verlor und gegen einen Baum prallte. Glättebedingte Unfälle gab es auch in vielen anderen Bundesländern.

Schuld ist nach Angaben des Wetterdienstes das Sturmtief "Elli", das sich mit einer Warmfront von Südwesten her nähert und Niederschläge in Form von Schnee und Regen bringt. Am Donnerstag werden zunächst nur eher leichte Schneefälle erwartet, in Süddeutschland später Regen oder gefrierender Regen. Am Freitag soll es aber stürmischer werden. Vor allem im Norden und Osten erwarten die Meteorologen dann massivere Schneefälle, die in Kombination mit Sturm- und Orkanböen zu Schneeverwehungen führen können.

Schulen bleiben zu - Hunderttausende Schüler betroffen

In mehreren Bundesländern bereiteten sich auch die Behörden auf die Schneefront vor. In Hamburg und Bremen sowie in Teilen Niedersachsens bleiben die Schulen am Freitag geschlossen. Nach Angaben der zuständigen Behörden gibt es aber Notbetreuung und teilweise Distanzunterricht. Hunderttausende Schulkinder sind davon betroffen.

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