Wildfire on Rhodes island

© EPA / DAMIANIDIS LEFTERIS

Chronik Welt
08/02/2021

Italien, Türkei und Griechenland: Verheerende Waldbrände in Urlaubsorten

Meteorologe: Hitzewellen in Südeuropa werden immer mehr an der Tagesordnung stehen

Klimakrise. Die Hitze hat Südeuropa fest im Griff,   und auch wenn Urlauber am Rande betroffen sind und stöhnen: Betroffen ist vor allem die lokale Bevölkerung. Während in Österreich eine eher kühle Woche bevorsteht, ist die Lage im Süden Europas zum Teil dramatisch. 43 Grad etwa sind morgen wieder für Athen prognostiziert, auf einzelnen griechischen Inseln könnte es bis zu 47 Grad heiß werden. Die Klimaanlagen laufen auf Hochtouren, die griechische Regierung hat Notunterkünfte für Alte und Kranke eingerichtet.

Dazu kommen noch Waldbrände: In zahlreichen Touristenorten sind die Feuerwehren im Dauereinsatz. So auch in Italien, dort gibt es mehr als 800 Brände, darunter allein 250 auf Sizilien. Die Regierung in Rom bat bereits um europäische Hilfe. Kritisch ist die Lage auch in der Türkei, wo die Flammen immer wieder durch Winde angefacht werden. Im beliebten Urlauberort Bodrum wurde laut dem Sender CNN Türk ein ganzes Viertel evakuiert, 540 Menschen mussten per Boot in Sicherheit gebracht werden, weil die Straßen nicht mehr benutzbar waren.

Auf der beliebten griechischen Ferieninsel Rhodos führten Waldbrände zu einem großflächigen Stromausfall auf der ganzen Insel, berichtet KURIER-Reporterin Caroline Bartos. „Das Elektrizitätswerk im Norden der Insel musste abgeschaltet werden, in den Hotels liefen die Notstromaggregate, Lifte wurden sicherheitshalber abgeschaltet, dass falls wirklich der Strom komplett aus sein sollte, niemand stecken bleibt.“ Auch die Klimaanlage fiel vergangene Nacht aus.

Löschflugzeuge

Die Feuerwehren auf der Insel stehen im Dauereinsatz: „Drei Dörfer in der Nachbarschaft wurden evakuiert. Mittlerweile sind die Feuer aber unter Kontrolle. Allerdings müssen noch Glutnester gelöscht werden. Den ganzen Tag über fliegen Löschflugzeuge“, erklärt Bartos. Dazu liege Brandgeruch in der Luft, immer wieder falle Asche vom Himmel: „Und in den nächsten Tagen soll es noch heißer werden.“

Für den Meteorologen Niklas Zimmermann vom Wetterdienst Ubimet ist das keine außergewöhnliche Entwicklung: „In Südeuropa werden Temperaturen um 40 Grad im Hochsommer immer mehr an der Tagesordnung stehen. Und wenn man jetzt eine sehr heiße Phase hat, dann hat man auch Temperaturspitzen um die 45 Grad.“

Auch in Österreich sei so eine Hitzewelle durchaus möglich sagt der Experte. Zwar vorerst noch nicht mit solch extremen Temperaturen, aber um die 40 Grad im Flachland könne man erwarten. „Es muss einfach nur die passende Wetterlage mit einem großen Hochdruckgebiet über dem Mittelmeerraum bestehen, und dann kann es relativ schnell gehen, dass man da sehr hohe Temperaturen hat.“

E. Natmessnig, C. Bartos

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