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Chronik Welt
05/14/2019

Iran: Studentinnen bei Anti-Kopftuch-Protest angegriffen

Konservative Gruppe trat gegen Studenten auf, die Kontrollen der Kleidungsvorschriften durch Polizei auf dem Campus kritisierten.

Bei Protesten gegen das Kopftuchgebot an der Universität von Teheran hat es Zusammenstöße zwischen verschiedenen Studentengruppen gegeben. Eine Gruppe von Hochschülern habe am Montag in einer Erklärung gegen die "strengen Kontrollen" der Kleidervorschriften durch die Moralpolizei protestiert, meldete die iranische Nachrichtenagentur ISNA.

Sittenpolizei am Campus

Sie hätten insbesondere kritisiert, dass die Sicherheitskräfte auf das Unigelände vorgedrungen seien. Der Universitätsvertreter Majid Sarsangi sagte, er habe mit den Studenten zu diskutieren versucht, doch sei er mit Gewalt daran gehindert worden. Er bestritt, dass die Moralpolizei den im Zentrum der iranischen Hauptstadt gelegenen Campus betreten habe. Laut der Nachrichtenagentur FARS kam es zu Handgreiflichkeiten, als eine konservative Studentengruppe gegen die Demonstranten einschritt.

Im Iran gelten seit der Islamischen Revolution von 1979 strenge Kleidervorschriften für Frauen. So müssen sie einen weiten Mantel und ein Kopftuch tragen, das Haare und Hals bedeckt. In ihrer Erklärung verurteilten die protestierenden Studenten diese Vorschriften als "direkte Verletzung der Menschenrechte". Vergangenes Jahr wurden in Teheran mehrere Dutzend Frauen festgenommen, die öffentlich gegen das Kopftuchgebot protestiert hatten.