Hunderte Menschen protestieren in Frankreich gegen Amazon-Riesenlager

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Bisher größte Demo gegen Logistiklager nahe des Weltkulturerbes Pont du Gard.

In mehreren französischen Städten hat es am Samstag Proteste gegen Expansionspläne des Online-Riesen Amazon gegeben. Rund 800 Menschen versammelten sich nach Polizeiangaben allein in der Gemeinde Fournès in der Nähe des Weltkulturerbes Pont du Gard in Südfrankreich. Dort will der US-Versandhändler ein neues Logistiklager bauen.

"Stop Amazon" und "Weder hier noch anderswo" stand auf den Plakaten der Protestierenden, die einem Aufruf mehrerer Verbände gefolgt waren. Mit einer Menschenkette zeigten die Demonstranten die Dimensionen des Projektes auf. Bunte aneinandergereihte Luftballons in einer Länge von 18 Metern verdeutlichten außerdem die Höhe des geplanten Gebäudes.

Mehr Arbeitsplätze vernichtet als geschafft

"Seit zwei Jahren kämpfen die Bürger von Fournès und der Umgebung gegen den Bau eines riesigen Amazon-Lagers", sagte der Sprecher der Aktivistengruppe Attac, Raphaël Pradeau, der Nachrichtenagentur AFP. Sie hätten es bisher zumindest geschafft, "das Projekt dank juristischer Einsprüche zu verlangsamen".

Auch in Augny und Ensisheim im Osten des Landes gingen Menschen auf die Straße. In Carquefou, einem Vorort von Nantes, nahmen rund 200 Menschen an einer Kundgebung vor einem Amazon-Logistiklager teil. "Wir prangern an, dass Amazon mehr Arbeitsplätze vernichtet als schafft", sagte die Sprecherin des Zusammenschluss, der zu den Protesten aufgerufen hatte.

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