43 Tage in der Wildnis überlebt: Vermisster Hund wog nur mehr 11 Kilo
Als der Hund eines US-Amerikaners verschreckt in die Wildnis lief, war er über einen Monat verschollen. Seine Geschichte verblüffte sogar die Tierrettung. (Symbolbild)
Steven Maa wollte am 28. Dezember einen Zwischenstopp im Summit County (Colorado) machen, um Skifahren zu gehen. Der US-Amerikaner war gerade mitten in seinem Umzug von New Jersey nach Kalifornien und wollte sich eine Auszeit gönnen. Mit dabei war sein Hund Rocky, den er für seinen Skiausflug zu einem Tiersitter in der Nähe von Montezuma (New Mexico) brachte.
Was eigentlich eine kurze Pause vom stressigen Umzug sein sollte, entwickelte sich für Maa zu einer Zeit voller Sorgen: Rocky löste sich kurz nach der Abreise seines Besitzers von seinem Tiersitter und lief weg – in die Wildnis.
Maa suchte fieberhaft nach seinem Vierbeiner und konnte sich erst 43 Tage später in Gewissheit wiegen.
Hund überlebte 43 Tage in der Wildnis
Wie nj.com berichtet, löste sich Rocky aus seinem Geschirr, nachdem er sich aus unbekannten Gründen vor etwas erschreckt hatte. Maa und seine Partnerin Kate suchten bis etwa drei Uhr morgens in einem Schneesturm nach Rocky. Dabei durchquerten sie sogar ein Gebiet auf 3.000 Metern Höhe, konnten den zehnjährigen Rüden aber nicht finden. Über die Bürgermeisterin von Montezuma, Lesley Davis, konnten sie sich mit der Tierrettungsorganisation Summit Lost Pet Rescue in Verbindung setzen.
Fast eineinhalb Monate war der Hund in den Rocky Mountains von Colorado verschollen. Die Mitarbeiter von Summit Lost Pet Rescue nahmen sich des Falls an und konnten den Vierbeiner und seinen Besitzer wieder zusammenführen.
Wildkamera und Duftstation als Lockmittel
Die Organisation installierte Wildkameras und eine "Duftstation", mit der Kleidung von Maa, um den verschreckten Rocky wieder anzulocken. "Vor allem in einer unbekannten Umgebung kommt ein Hund zurück, riecht etwas Vertrautes und bleibt dann einfach in diesem bestimmten Bereich", erklärte der Mitbegründer der Tierorganisation, Brandon Ciullo, gegenüber Summit Daily. Außerdem postete sie Fotos des Vierbeiners auf Social Media, um die Bewohner von Montezuma auf den vermissten Hund aufmerksam zu machen.
Nach drei Tagen konnte Rocky auf der Wildkamera aufgenommen werden. Als er Maa im Wald begegnete, bellte er ihn zwar an, rannte aber wieder zurück in die Wildnis, weil er ihn aufgrund der Witterung nicht wiedererkennen konnte. "Wenn sich ein Hund im Überlebensmodus befindet und keine tatsächliche Geruchsspur vom Hund zum Besitzer führt, erkennt er seinen Besitzer nicht immer, da er ihn nicht riechen kann", erklärte Ciullo.
Danach wurde Rocky 40 Tage nicht mehr gesehen. Sein Besitzer verlor dabei fast die Hoffnung. Steven Maa suchte acht Tage zu jeweils 16 Stunden nach seinem Haustier, doch letztendlich musste er die Entscheidung treffen, sich auf den Weg nach Kalifornien zu machen und seinen neuen Job anzutreten.
Besitzer konnte Hund wiedersehen
Am 9. Februar kontaktierte eine Frau die Organisation und berichtete, dass ihre Sicherheitskamera einen Hund auf ihrer Terrasse aufgenommen hatte. Die Tierretter begaben sich in die Umgebung des Hauses, wo Rocky zuletzt gesehen wurde, und stellten eine Falle mit Erdnussbutter auf. Diese lockte den Vierbeiner an und Ciullo sowie sein Team konnten den Hund sicher in die Wohnung einer Helferin bringen.
Hund wog nur mehr 11 Kilogramm
Obwohl Rocky anfangs im Verteidigungsmodus war und das Team anknurrte, zeigte er sich, in der Wohnung angekommen, ganz anders: "Er rannte herum. Er ging direkt zur Spielzeugkiste", sagte Ciullo gegenüber nj.com. "Wir konnten es nicht fassen, dass dieser Hund, der wahrscheinlich seit 43 Tagen nichts gefressen hatte, so viel Energie und Lebensfreude ausstrahlte."
Rocky hatte fast die Hälfte seines Körpergewichts verloren – von etwa 22 auf 11 Kilogramm – und sah "extrem abgemagert" aus. Dennoch war er laut den Rettern in "guter Verfassung".
Am 13. Februar konnte Steven Maa seinen Hund Rocky wieder in die Arme schließen. Die emotionale Zusammenführung wurde in einem Video festgehalten.
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