© APA/AFP/MOHAMED EL-SHAHED

Chronik Welt
03/18/2020

Hilferuf eines Wiener Ehepaars aus Hurghada

Zunächst fühlten sie sich vergessen und verlassen, jetzt werden sie heimgeholt aus Hurghada.

von Susanne Bobek


Georg T. (46) und seine Frau Gabi (50) sitzen in Ägypten fest. Im Hotel Golden Beach in Hurghada, das bereits geschlossen wird. Sie haben keine Rückflug, sind verzweifelt und versuchen seit Tagen heim zu kommen.

Doch das Wiener Außenministerium leistet offenbar tolle Arbeit. Denn wenn noch 49.000 Österreicher irgendwo auf der Welt gestrandet sind und heimgeholt werden müssen, dann kann man sich denken, wie viele Verwandte in den Hitlines hängen.

Georg T. erfuhr Mittwoch Abend, dass er vermutlich am Donnerstag oder Freitag heimgeholt wird.

Die langen Tage des Bangens davor beschreiben sie so:


Zur Gruppe „Stranded Hurghada T.“ gehören auch zwei ältere Herren, denen die Wiener helfen wollen.


Was sie besonders fertig macht: „Die Reisenden aus Deutschland und der Schweiz  werden stündlich abgeholt in gut organisierten und kommunizierten Rückholaktionen. Nur wir Österreicher sitzen fest, ohne Infos, ohne Möglichkeiten bei der Hotline des jemals durchzukommen. Seit Donnerstag 12.3. versuchen wir auf allen Wegen nach Österreich direkt zurückzukommen und laufend die Anlaufstellen wie die lokale Botschaft, das Außenministerium, den Reiseleiter, den Reiseveranstalter (Lidl Reisen) zu aktivieren. Wie wir in den heute angekündigten Rückholflieger der AUA OS1010  einbuchen hätten können, ohne zuvor eines der letzten Hotelzimmer aufzugeben, wurde uns von keiner Stelle beantwortet.“


Lidl Reisen meinte: Sie kommen heim, die Frage ist nur wann. Lokale Reiseleiter sind offenbar überfordert.


Apropos: Nach Deutschland fliegen heute offenbar elf Maschinen, doch viele deutsche Touristen wollen noch gar nicht heim, sondern ihren Urlaub am Strand genießen.
Gabi T., die nach einer Krebserkrankung zur Hochrisikogruppe gehört, will sich nicht in die Menschenmassen am Flughafen begeben. „Dieses Risiko gehe ich nicht ein.“

Mittwoch mittag erhielten sie aus Wien die Nachricht: „Die vom Außenministerium organisierten Rückflüge sind bereits ausgebucht, registrieren Sie sich online, damit wir Sie über die nächsten Flüge in Kenntnis setzen können.“ Schon am Nachmittag kam die erlösende Nachricht: Ihr werdet geholt.

Gabi T.: "Noch sind wir aber nicht auf der Maschine."

Das  Außenamt bittet gestrandete Touristen überhaupt, wenn noch nicht geschehen, sich auf  bmeia.gv.at zu registrieren.

 

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