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Nach Hantavirus-Toten: Schiff "Hondius" sticht wieder in See

Nach dem Virus-Ausbruch ist das Kreuzfahrtschiff "Hondius" desinfiziert und wird erneut ablegen. Diesmal Richtung Hoher Norden.
FILE PHOTO: The cruise ship MV Hondius, affected by a hantavirus outbreak, near the port of Granadilla de Abona, Tenerife

Zusammenfassung

  • Das Kreuzfahrtschiff "Hondius" wurde nach Hantavirus-Ausbruch vollständig desinfiziert und darf wieder auslaufen.
  • Die Infektion wurde durch Passagiere eingeschleppt, die Besatzung der letzten Fahrt befindet sich weiterhin in Quarantäne.
  • Laut WHO besteht keine Gefahr einer Pandemie, da das Virus schwerer übertragbar ist als Grippe oder Corona.

Knapp zwei Wochen nach Rückkehr des vom Hantavirus betroffenen Kreuzfahrtschiffes ist die "Hondius" nach Angaben der Reederei vom Montag desinfiziert und kann wieder in See stechen. Das niederländische Schiff werde planmäßig am 6. Juni auslaufen nach Spitzbergen in der Arktik. Von dort soll es am 13. Juni zu einer Reise durchs Nordpolarmeer aufbrechen, wie die Reederei Oceanwide Expeditions mitteilte.

Die "Hondius" ist das weltweit erste registrierte Polar-Klasse-6-Schiff und wurde extra für Reisen ins Polarmeer gebaut. 

Spezialisten der niederländischen Gesundheitsbehörden hatten das Schiff umfassend gereinigt und desinfiziert. Am Wochenende hatten die Behörden es wieder freigegeben. Eine Infektionsgefahr bestehe nicht mehr.

Besatzung noch in Quarantäne

Erste Untersuchungen ergaben nach Angaben der Reederei, dass das Hantavirus mit Passagieren an Bord gekommen war und nicht vom Schiff stammte. Alle Besatzungsmitglieder der vorigen Fahrt befinden sich noch Quarantäne, teilte die Reederei mit. "Es hat ein Besatzungswechsel stattgefunden, wobei kein Besatzungsmitglied an Bord Kontakt zu Personen hatte, die sich derzeit in Quarantäne befinden."

Im Mai war bekanntgeworden, dass mehrere Menschen an Bord des Kreuzfahrtschiffes mit dem Hantavirus infiziert worden waren. Drei Menschen starben, mehrere wurden infiziert. Passagiere und auch Besatzungsmitglieder wurden evakuiert. Das Schiff kehrte am 18. Mai nach Rotterdam zurück.

Keine Pandemie-Gefahr

Bei dem Virus ging es um die sogenannte Andes-Variante, die vor allem in Südamerika vorkommt und von Mensch zu Mensch übertragbar ist.

Das Schiff war zum Zeitpunkt des Ausbruches unterwegs von Argentinien zu den Kanarischen Inseln. Auf Teneriffa konnten Passagiere und die meisten Besatzungsmitglieder an Land gehen und in ihre Heimatländer fliegen.

Die Weltgesundheitsorganisation hatte bekräftigt, dass keine Gefahr einer großen Ansteckungswelle oder Pandemie bestand. Eine Infizierung ist nach Aussagen von Experten weitaus schwieriger als etwa bei einem Grippevirus oder Corona.

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