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Corona, Ebola und Hantavirus: Die nächste Pandemie kommt bestimmt

Pandemien sind wiederkehrende Stresstests für Gesellschaften. Zwischen Ebola- und Hantavirus stellt sich die Frage: Haben wir aus Corona gelernt? .
Susanne Mauthner-Weber
Mehrere Personen in Schutzanzügen und Handschuhen tragen eine Holzkiste.

Es grassiert wieder – das böse P-Wort, offen ist nur, wodurch es Realität wird. Da wären: Influenza, Nummer 1 auf der Hitliste der Pandemie-Auslöser. Das Ebola-Virus, das derzeit Zentralafrika hoch fiebern lässt. Das Hantavirus, das es auf einem Kreuzfahrtschiff bis Europa geschafft hat. Oder doch unser alter Bekannter, das Corona-Virus.

Im Schnitt gibt es vier Pandemien pro 100 Jahre – das schätzen Forscher. Seit 1900 waren es um die sechs (1918, 1957, 1968, 1981/82, 2009 und 2019/20). Die nächste kommt gewiss. Die vergangenen Wochen zwischen Hanta und Ebola sollten uns ein Frühwarnsystem sein: Was können wir aus der Geschichte lernen?Was haben wir aus der Geschichte gelernt?

Pandemien legen offen, wem Macht gehört, wem geholfen wird, welche Gruppen geopfert werden und wie viel Vertrauen eine Gesellschaft besitzt. Sie funktionieren wie Stress-Tests für ganze Zivilisationen und beschleunigen alles, was schon unter Spannung steht. Der Schwarze Tod zerstörte nicht einfach Europas Bevölkerung – er sprengte die alte Ordnung. Plötzlich waren Arbeitskräfte knapp und sie konnten bei Feudalherren Forderungen stellen. Aus Massengräbern entstanden höhere Löhne. Die Pest kann nicht nur als Betriebsunfall der Geschichte gesehen werden, sondern auch als ein Katalysator.

Pandemien wirken wie Röntgengeräte einer Gesellschaft. Sie machen Verborgenes sichtbar: Ungleichheit, schwache Institutionen, Aberglauben, Misstrauen – aber auch Solidarität und Innovationskraft. Cholera brachte Kanalisationen, Quarantänen schufen moderne Gesundheitssysteme, Seuchen zwangen Staaten erstmals, öffentliche Gesundheit als politische Aufgabe zu begreifen.

Historisch auffällig ist ein paradoxes Muster: Je größer die Unsicherheit, desto stärker schwanken Gesellschaften zwischen Mitgefühl und Grausamkeit. Nach Pestwellen entstanden Hospitäler – und Pogrome. Menschen nähten Masken und suchten zugleich Sündenböcke. Gesellschaften entwickelten neue Beziehungen zum Risiko: vorsichtiger, dünnhäutiger, oft autoritärer.

Ob Corona als Phase-I-Testlauf für kommende Herausforderungen taugt und wir etwas gelernt haben? Na ja: Eine neue Pandemie würde eine Welt treffen, die stärker gespalten, höher verschuldet und weniger in der Lage ist, ihre Bevölkerung zu schützen, als dies etwa vor einem Jahrzehnt der Fall war. Sagen zumindest Experten von Weltbank und WHO, die vor wenigen Tagen eine Untersuchung zu genau dieser Frage veröffentlicht haben.

PS: Der derzeitige Ebola-Ausbruch besorgt Mediziner; gegen den Bundibugyo-Stamm gibt es keinen Impfstoff.

PPS: Wo ist eigentlich die von der Politik versprochene vollständige Aufarbeitung der Corona-Pandemie?

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