Schatzfund in kleiner Gemeinde: Niemand holt die 10 Goldbarren ab

Gemeindemitarbeiter entdeckten vor rund sechs Monaten beim Rasenmähen zehn Goldbarren im Wert von 30.000 Euro. Wer bekommt das Gold nun?
Mehrere kleine Goldbarren in Hartplastikverpackung liegen auf frisch gemähtem Gras.

Noch immer wird nach dem Besitzer des Goldschatzes von Bannewitz bei Dresden gesucht. Mitte Oktober des vergangenen Jahres entdeckten Gemeindemitarbeiter beim Rasenmähen zehn noch originalverschweißte kleine Goldbarren in Hartplastikverpackung. Der Gesamtwert beträgt rund 30.000 Euro. 

Wem gehört das Gold? Frist endet am 17. April

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, haben sich seither zwar mehrere Personen gemeldet, doch niemand konnte glaubhaft nachweisen, der rechtmäßige Eigentümer zu sein. "Einer hat behauptet, seine Drohne sei abgestürzt, die angeblich Gold transportiert habe", sagte Bürgermeister Heiko Wersig im Gespräch mit der Süddeutschen. 

Die Zeit drängt, denn am 17. April endet die gesetzliche sechsmonatige Aufbewahrungsfrist für Fundsachen. Danach würde der Goldfund in den Besitz der Kommune übergehen.

10 Goldbarren in Bannewitz gefunden

Rückblick: Ein Gemeindemitarbeiter in Bannewitz des kommunalen Abwasserbetriebs traute seinen Augen kaum, als er vor rund sechs Monaten den Rasen rund um ein sogenanntes Regenrückhaltebecken mähte und etwas Goldenes aufblitzen sah. Wie die Mitteldeutsche Zeitung berichtet, wurden zunächst acht kleine Goldbarren auf dem frisch gemähten Rasen entdeckt. Der Fund wurde dem Ordnungsamt gemeldet. Später stieß man auf noch zwei weitere Barren und informierte die Polizei.

Goldbarren in Plastik eingeschweißt liegen auf einer Wiese

Diese eingeschweißten Mini-Goldbarren wurden beim Rasenmähen von Gemeindemitarbeitern in Bannewitz entdeckt.

Besitzer des Goldes wird seit sechs Monaten gesucht

Die Behörden prüften, ob das Gold mit einer Straftat in Verbindung stand beispielsweise gestohlen wurde. "Wie in dem Fall weiter verfahren wird, ist noch nicht ganz entschieden", sagte Polizeisprecher Marko Laske gegenüber der Sächsischen Zeitung

Welche Erkenntnisse gibt es zur Herkunft der Goldbarren?

Bisher gab es keine Hinweise auf ein Delikt. Die Mini-Goldbarren aus 999er-Gold scheinen legal erworben worden zu sein. 

Bis heute hat sich noch kein Eigentümer gemeldet, der sein Besitzrecht anhand der Seriennummer glaubhaft nachweisen konnte. Zwar ist der ursprüngliche Verkauf der Barren in manchen Fällen noch nachvollziehbar, doch erfassen nicht alle Händler die Seriennummern beim Verkauf, und nicht jeder Käufer bewahrt die Rechnung auf. Bei späteren Weiterverkäufen verlieren sich Spuren in der Regel schnell. 

Wer bekommt den Goldfund?

Kann eine Straftat ausgeschlossen werden und kein Besitzer gefunden werden, so darf sich die Gemeinde Bannewitz über den Fund freuen und das Geld beispielsweise für lokale Vereine einsetzen. Bürgermeister Heiko Wersig erklärte: "Wir entwickeln gerade eine Vereinsrichtlinie. Ich würde das Ganze schon recht gern in diesen Topf stecken." 

Gegenüber der Freien Presse meinte er: "Bei so einem außergewöhnlichen Fund wäre es mein Wunsch, das den Ehrenamtlichen zurückzugeben, die sich Tag für Tag für unsere Kommune einsetzen."

Österreich: Darf man gefundenes Geld behalten?

Wie sieht es in Österreich eigentlich mit Fundsachen aus? Darf man beispielsweise Geld, das man auf der Straße findet, einfach behalten?

Das Sozialministerium gibt dazu eine klare Antwort: 

"Der Fund muss unverzüglich der Fundbehörde oder jener Person, die die Fundsache verloren hat, ausgehändigt werden, wenn der Wert der gefundenen Sache 10 Euro übersteigt." 

Das bedeutet: Kleinere Geldbeträge dürfen demnach behalten werden, wenn sie auf öffentlichem Terrain gefunden wurden. Wertgegenstände oder Geld über zehn Euro müssen dagegen gemeldet werden. 

Wer beispielsweise Goldbarren findet und sie einfach behalten würde, macht sich sowohl in Deutschland als auch in Österreich strafbar. 

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