Schuppentiere und andere Wildtiere auf dem Markt in Libreville, 7. März 2020

© APA/AFP/STEEVE JORDAN

Chronik Welt
04/03/2020

Gabun verbietet den Verzehr von Fledermäusen und Schuppentieren

Tiere stehen im Verdacht, bei der Übertragung des Coronavirus mitgewirkt zu haben. Auch Verkauf ist nicht mehr erlaubt.

Als Konsequenz aus der Coronavirus-Pandemie hat Gabun den Verzehr und den Verkauf von Schuppentieren und Fledermäusen untersagt. Das teilte Staatspräsident Ali Bongo Ondimba am Freitag mit.

Es wird davon ausgegangen, dass das neuartige Coronavirus ursprünglich bei Fledermäusen aufgetreten war. Wissenschaftler vermuten aber, das es durch eine andere Säugetierart auf den Menschen übertragen wurde, womöglich durch das Schuppentier.

Markt in Libreville, der Hauptstadt von Gabun

Markt in Libreville, der Hauptstadt von Gabun

Begehrte Schmuggelware: Beschlagnahmte Schuppentiere in Indonesien

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Laut TCM heilende Wirkung

Sowohl Schuppentiere als auch Fledermäuse wurden bisher auf Märkten in Gabun verkauft. In China, wo im Dezember erstmals Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus bei Menschen festgestellt wurden, ist das Schuppentier zum einen wegen seines Fleisches, zum anderen wegen seiner Schuppen begehrt. Die traditionelle chinesische Medizin schreibt den Schuppen heilende Wirkung zu.

Tierschützern zufolge ist das Schuppentier das am häufigsten illegal gehandelte Säugetier der Welt. Es lebt hauptsächlich in Südostasien, vier Arten sind aber auch in Afrika heimisch. Der Körper des nachtaktiven und insektenfressenden Tiers ist mit braunen Hornschuppen bedeckt, bei Gefahr rollt es sich zu einer Kugel zusammen. Wilderer können die scheuen Tiere dann einfach aufheben.

Bisher 21 Corona-Fälle

In Gabun wurden bisher 21 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen. Als Maßnahme gegen eine Ausbreitung des Erregers kündigte Staatschef Ondimba am Freitag eine Ausgangssperre in der Hauptstadt Libreville an. Ein konkretes Datum nannte er nicht. Zuvor waren in dem Zwei-Millionen-Einwohner-Staat in Zentralafrika schon andere Maßnahmen wie Schulschließungen und nächtliche Ausgangssperren ergriffen.

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