Wollte Handtasche retten? Vierfach-Mutter (39) stirbt in Müllpresse
In den USA wurde eine 39-jährige Frau tot in einem Müllraum entdeckt. Laut Polizei könnte sie in einen Müllschacht gefallen und durch eine Müllpresse tödlich verletzt worden sein. (Symbolfoto)
Am Morgen des 1. Februar wurde die vierfache Mutter Michelle Montgomery (39) im Müllraum eines Wohnhauses im New Yorker Stadtteil Williamsburg tot aufgefunden. Nun sind weitere Details zu dem tragischen Vorfall bekannt geworden.
Mutter wurde tot in Müllsack gefunden
Beamte des New York City Police Departments erklärten bei einer Pressekonferenz, dass Montgomerys sterbliche Überreste in einem großen schwarzen Müllsack entdeckt wurde, der bereits von der Müllpresse bearbeitet worden war. Mitarbeiter des Wohnkomplexes stießen im Untergeschoss auf einen verdächtig schweren Sack. Als sie diesen überprüften, fanden sie Leichenteile und alarmierten umgehend den Notruf. Zunächst wurde ein Gewaltverbrechen nicht ausgeschlossen.
Wie der Sender ABC 7 berichtet, war die 39-Jährige am 31. Jänner gegen 21:30 Uhr ausgegangen und hatte mit Freunden eine Bar besucht. Ihr Ehemann, Anthony Echevarria, mit dem sie vier Kinder – darunter einen 10 Monate alten Sohn – hat, betonte gegenüber dem Sender: "Sie verließ dieses Haus voller Lebensfreude, glücklich und voller Energie."
Montgomerys Schwester, Serenity Montgomery, erklärte im Gespräch mit der New York Times, sie habe gegen 22 Uhr einen Videoanruf von ihr erhalten, bei dem Musik im Hintergrund zu hören war. Nach nur einer Sekunde sei die Verbindung jedoch abgebrochen. Gegen Mitternacht veröffentlichte die 39-Jährige noch ein Video in den sozialen Medien, das sie tanzend mit Freunden zeigt.
Frau verließ Bar und ging zu Wohnkomplex
Aufnahmen von Überwachungskameras zeigten, dass Montgomery die Bar später alleine verließ und in Richtung eines Wohnkomplexes ging, zu dem sie laut Angehörigen keine Verbindung hatte.
"Ich habe echt keine Ahnung, wie sie überhaupt in diesem Gebäude gelandet ist, geschweige denn in so einem verdammten Müllsack. Extrem schockierend", erklärte ihr Ehemann.
Bewohner hörten Schreie aus Müllschacht
Joseph Kenny, Leiter der Kriminalpolizei von New York, berichtete, mehrere Bewohner hätten Schreie aus dem Müllschacht im zweiten Stock gehört. Warum niemand einschritt, ist bislang unklar. Möglicherweise, so die Ermittler, hätten Anwohner angenommen, die Geräusche kämen aus einem anderen Gebäude.
Wollte sie ihre Handtasche aus Müllschacht retten?
"Unsere derzeitige Theorie ist, dass sie möglicherweise einen Gegenstand in den Schacht fallen ließ, ihn zurückholen wollte und dabei kopfüber in den Müllschacht stürzte", so Kenny. Am Fundort wurde ihre Lederhandtasche sowie ihr Ausweis entdeckt. Eine Annahme der Ermittler lautet daher, dass die Tasche in den Schacht gefallen sein könnte und Montgomery versuchte, sie wieder herauszuholen.
Mehrere Knochenbrüche und tiefe Schnittwunden
Die Gerichtsmedizin stellte fest, dass die 39-Jährige noch am Leben war, als sie in die Müllpresse geriet. Die US-Amerikanerin erlitt unter anderem mehrere Rippenbrüche, tiefe Schnittverletzungen an Kopf und Oberkörper, Stichwunden im Beckenbereich sowie weitere Knochenbrüche. Laut Autopsie sprechen diese Verletzungen für Einwirkungen durch eine Müllpresse.
Hinweise auf Abwehrverletzungen fanden sich nicht. Daher gehen die Ermittler inzwischen von einem tragischen Unfall aus.
In größeren Abfallanlagen wird gepresster Müll häufig in Container oder große Säcke gepresst, bevor er entsorgt wird, was erklären könnte, weshalb sich die Leichenteile in einem Plastiksack befanden.
Offene Fragen: Familie hofft auf Antworten
Am Fundort errichteten Angehörige einen Gedenkort mit Blumen, Kerzen und einem Foto der Verstorbenen. Michelle Montgomery wird als hingebungsvolle Mutter beschrieben, die in Nachtschichten beim Versandhändler Amazon arbeitete. Angehörige berichten, dass sie und ihr Mann glücklich gewirkt hätten.
Die Familie sucht weiterhin nach Antworten auf offene Fragen. Gegenüber dem Sender News 12 sagte ihr Ehemann: "Wir werden Gerechtigkeit bekommen. Das verspreche ich."
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