Wählen Sie KURIER als bevorzugte Google-Quelle

Große Welle bringt Fähre vor Küste Guyanas zum Kentern

Nach dem Untergang der „MV Barima“ vor der Küste Guyanas ist die Zahl der Vermissten unklar, weil die Passagierliste nicht der tatsächlichen Anzahl an Bord entsprach.
Rescue efforts progress after MV Barima, a ferry carrying people, capsized off the coast of Guyana

Zusammenfassung

  • Vor der Küste Guyanas ist die Fähre „MV Barima“ mit 133 Menschen an Bord gekentert; 67 Menschen wurden gerettet, 66 werden vermisst.
  • Nach einem Notruf der Besatzung am Samstagabend leiteten staatliche und private Teams Such- und Rettungsarbeiten ein, die laut Infrastrukturminister Juan Edghill weiter vorankommen.
  • Als mögliche Ursache des Unglücks nannte Edghill eine große Welle; das 1939 gebaute Schiff war von Georgetown nach Port Kaituma unterwegs.

Nach dem Untergang einer Fähre vor der Küste Guyanas am Sonntag werden zahlreiche Menschen vermisst. Wie viele es sind, war Montagfrüh unklar. Denn die Passagierliste entsprach nicht der tatsächlichen Zahl der Menschen an Bord. Infrastrukturminister Juan Edghill sprach von einer schwierigen Situation. 

„Bitte kontaktieren Sie uns“, forderte er die Öffentlichkeit und Angehörige auf. Nach Regierungsangaben wurden zudem zwei Besatzungsmitglieder positiv auf Cannabis getestet.

Die „MV Barima“ war vor der nordwestlichen Küste des südamerikanischen Landes gekentert. Die Behörden gaben daraufhin an, dass sich 116 Passagiere und 17 Besatzungsmitglieder an Bord befunden hätten. 67 Menschen hätten das Unglück überlebt und seien gerettet worden, hieß es. 66 weitere Menschen würden noch vermisst.

Das Schiff war am Samstagnachmittag in der Hauptstadt Georgetown in Richtung Port Kaituma in der Region Essequibo im Westen ausgelaufen. Nach Angaben des Infrastrukturministers setzte die Besatzung gegen 23.00 Uhr Ortszeit einen Notruf ab. Daraufhin hätten staatliche und private Teams Rettungsmaßnahmen eingeleitet. Das Schiff war mit 250 Schwimmwesten, zwei Rettungsbooten und sechs aufblasbaren Rettungsinseln ausgestattet.

Große Welle brachte Fähre zum Kentern

Laut der Ortungs-Website Vesselfinder wurde die Fähre 1939 gebaut - und war somit seit 87 Jahren im Einsatz. In einem Video sagte Edghill, dass „eine große Welle die 'Barima' zum Kentern gebracht“ habe.

Zum Zeitpunkt des Unglücks hätten alle an Bord geschlafen, sagte der 18-jährige Überlebende Wayne Kitson der örtlichen Nachrichtenplattform Kiskadee Watch. Er selbst sei vor seiner Rettung „von 22.00 Uhr bis 4.00 Uhr“ im Meer geschwommen und bange nun um das Leben seiner Frau und seiner Tochter.

Passagiere und Besatzungsmitglieder unter den Geretteten

Unter den von den Einsatzkräften geretteten Menschen waren laut Regierungschef Mark Phillips sowohl Passagiere als auch Besatzungsmitglieder. Zunächst hatte er gegenüber der Nachrichtenagentur AFP die Zahl der Geretteten mit 53 angegeben. Er hoffe, dass noch mehr Menschen gerettet werden könnten.

„Wir geben die Hoffnung nicht auf, alle Personen an Bord zu finden“, sagte Minister Edghill später auf einer Pressekonferenz. Es sei aber noch zu früh, um endgültige Aussagen zu treffen.

In Guyana leben gerade einmal eine Million Menschen. Das Schiffsunglück ist für das kleine englischsprachige Land in Südamerika eine große Tragödie.

Kommentare