"Horror" bei Silvesterparty: Rund 40 Tote bei Flammenhölle in Schweizer Luxus-Skiort

"Horror" bei Silvesterparty: Rund 40 Tote bei Flammenhölle in Schweizer Luxus-Skiort
In der Silvesternacht hat sich in einer Bar in Crans-Montana eine Explosion ereignet. Rund 40 Menschen starben. Österreicher sollen keine unter den Opfern sein.

Zusammenfassung

  • Bei einer Explosion und einem Brand in einer Bar in Crans-Montana starben in der Silvesternacht rund 40 Menschen, etwa 115 wurden schwer verletzt.
  • Die Behörden schließen einen Anschlag aus und vermuten als Ursache einen sogenannten Flashover nach einem lokal begrenzten Feuer; Ermittlungen zur genauen Ursache laufen.
  • Opfer stammen teils aus dem Ausland, Österreichische Staatsbürger sind nach aktuellem Stand nicht betroffen; zahlreiche Verletzte wurden in Spezialkliniken in der Schweiz behandelt.

Eine Silvesterparty im Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana ist in einer Feuertragödie mit Dutzenden Toten geendet. Nach offiziellen Angaben sind rund 40 Menschen ums Leben gekommen. Das Unglück löste bei Anrainern, Touristen und Politikern Erschütterung aus. Österreicherinnen oder Österreicher waren nach derzeitigem Stand nicht unter den Opfern, hieß es am Donnerstag auf APA-Anfrage aus dem Außenministerium in Wien.

"Dieser Abend sollte eigentlich ein Fest sein, doch er wurde zu einem Alptraum", sagte der Präsident der Regierung im Kanton Wallis, Mathias Reynard. Bei dem Brand in der Bar "Le Constellation" sind nach Polizeiangaben zudem rund 115 Menschen größtenteils schwer verletzt worden.

Im Kanton selbst waren die Krankenhäuser nach dem Inferno überlastet. Die Notaufnahme im wichtigsten Krankenhaus in Wallis war voll, Verletzte wurden am Donnerstag in verschiedene Spitäler der Schweiz gebracht. Mehr als ein Dutzend Opfer kamen in die auf Brandverletzungen spezialisierte Zürcher Uni-Klinik. Die Uni-Klinik Lausanne, ebenfalls auf Brandopfer spezialisiert, nahm demnach 22 Verletzte auf. Andere Verletzte wurden auch nach Genf gebracht.

"Es herrschte absolute Panik, alle schrien", berichteten die Französinnen Emma und Albane im Sender BFMTV über die dramatischen Momente nach dem Ausbruch des Feuers. "Jemand schlug ein Fenster ein, damit die Leute rauskamen."

Ein anderer Augenzeuge, Samuel Rapp, berichtete von schreienden jungen Menschen auf der Straße mit versengten Haaren, die sich die Kleider vom Leib rissen. "Es war der Horror", sagte er dem Schweizer Fernsehen.

Der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin, der sein Amt erst Stunden vorher angetreten hatte, zeigte sich ebenfalls bestürzt: "Was ein Moment der Freude sein sollte, verwandelte sich am Neujahrstag in Crans-Montana in eine Trauer, die das ganze Land und weit darüber hinaus erfasst hat", schrieb er auf X.

Feuer löste Verpuffung aus

Die Ermittler schließen einen Anschlag nach Zeugenbefragungen und ersten Ermittlungen aus, wie der Kommandant der Walliser Kantonspolizei, Frédéric Gisler, bei einer Pressekonferenz sagte. Die Explosionen, von denen Anrainer berichteten, hätten sich erst nach dem Brandausbruch ereignet. Das Feuer habe bei seiner Ausbreitung eine Verpuffung ausgelöst, sagte der für Sicherheit zuständige Staatsrat im Kanton Wallis, Stéphane Ganzer. Er berief sich dabei auf Zeugenaussagen und erste Ermittlungen.

"Wir haben eine Explosion gehört, aber das hörte sich überhaupt nicht wie Silvesterfeuerwerk an", schilderte ein Anrainer dem Sender RTS. Das Gebäude, in dem sich die Bar befand, sei schwer beschädigt worden. Die Polizei hat das Gelände rund um das Lokal auf der Hauptstraße des Ortes weiträumig abgesperrt.

Walliser Behörden sprachen von einem so genannten Flashover, dem schlagartigen Übergang von einem lokal begrenzten Feuer zu einem Vollbrand. Dieses sich plötzlich ausbreitende Feuer habe eine oder mehrere Explosionen ausgelöst. Dabei ist ein Überleben kaum noch möglich. Die Situation sei auch für ausgerüstete Feuerwehrleute lebensgefährlich, hieß es.

Opfer auch aus dem Ausland

Den Behörden zufolge stammen einige Opfer mit hoher Wahrscheinlichkeit aus dem Ausland. Man arbeite mit den Botschaften zusammen. Weitere Angaben machten sie mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen und aus Rücksicht auf die betroffenen Familien zunächst nicht. Österreicherinnen oder Österreicher waren nach derzeitigem Stand nicht unter den Opfern, hieß es am Donnerstag auf APA-Anfrage aus dem Außenministerium in Wien.

Nach Angaben der Behörden ist bisher unklar, wie es zu der Katastrophe gekommen ist. Es werde Zeit brauchen, den genauen Ablauf zu rekonstruieren. Schweizer Medien zufolge wurde das Feuer bzw. die Explosion womöglich durch den Einsatz von Pyrotechnik während eines Konzerts ausgelöst.

SWITZERLAND-ACCIDENT-EXPLOSION-TOURISM-POLICE

Explosion in Crans-Montana

SWITZERLAND-ACCIDENT-EXPLOSION-TOURISM-POLICE

Explosion in Crans-Montana

SWITZERLAND-ACCIDENT-EXPLOSION-TOURISM-POLICE

Explosion in Crans-Montana

"Horror" bei Silvesterparty: Rund 40 Tote bei Flammenhölle in Schweizer Luxus-Skiort

Explosion in Crans-Montana

"Horror" bei Silvesterparty: Rund 40 Tote bei Flammenhölle in Schweizer Luxus-Skiort

Explosion in Crans-Montana

Aftermath of New Year’s Eve party explosion and fire at "Le Constellation" bar in Crans-Montana

Explosion in Crans-Montana

Aftermath of New Year’s Eve party explosion and fire at "Le Constellation" bar in Crans-Montana

Explosion in Crans-Montana

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Explosion in Crans-Montana

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Explosion in Crans-Montana

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Explosion in Crans-Montana

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Explosion in Crans-Montana

Fire in Swiss ski resort bar leaves several people dead

Explosion in Crans-Montana

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Explosion in Crans-Montana

SWITZERLAND NEW YEAR BAR FIRE

Explosion in Crans-Montana

SWITZERLAND NEW YEAR BAR FIRE

Explosion in Crans-Montana

SWITZERLAND NEW YEAR BAR FIRE

Explosion in Crans-Montana

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Explosion in Crans-Montana

Großaufgebot an Einsatzkräften

Gisler schilderte bei der Pressekonferenz den Ablauf der Unglücksnacht: Gegen 1.30 Uhr wurde Rauch in einer Bar im Zentrum von Crans festgestellt, zeitgleich ging ein Notruf bei der Polizei ein, woraufhin die Feuerwehr alarmiert wurde. Die ersten Polizeistreifen trafen kurz darauf am Einsatzort ein, wenig später folgte ein größeres Aufgebot von Feuerwehr und Polizei.

Priorität hatte zunächst die Versorgung der Verletzten und ihr Transport in umliegende Krankenhäuser, parallel dazu begannen Feuerwehrleute mit den Löscharbeiten, sicherten das Gebiet und nahmen erste Ermittlungen zur Ursache des Unglücks auf.

Anlaufstelle für Angehörige

Anlaufstellen für Angehörige werden eingerichtet, so der Kommandant. Auch psychologische Betreuungsangebote werden geschaffen, um Familien zu unterstützen und Informationen bereitzustellen.

Ein Rettungsarzt sagte dem Westschweizer Sender RTS, Menschen seien mit schweren Verbrennungen in umliegende Krankenhäuser gebracht worden. Über dem Ort wurde ein Überflugverbot verhängt. Augenzeugen in Genf berichteten, dass am Universitätsspital alle paar Minuten Nothubschrauber landeten. Der Skiort ist Luftlinie gut 100 Kilometer entfernt.

Hilfe aus Italien

Die Schweizer Behörden bekommen Unterstützung vom Zivilschutz des Aostatals - eine italienische Region an der Grenze zur Schweiz: Ein Hubschrauber mit Spezialisten der Bergwacht und medizinischem Personal wurde von den Schweizern erbeten und ist dort seit 6.00 Uhr im Einsatz, wie die italienische Bergwacht mitteilte.

Ein Tourist aus New York filmte, wie orangefarbene Flammen aus der Bar schlugen. Der Nachrichtenagentur AFP sagte er, er habe gesehen, wie Menschen hinausgelaufen seien und in der Dunkelheit geschrien hätten. Auf von Schweizer Medien verbreiteten Bildern waren ein brennendes Gebäude und fliehende Menschen zu sehen.

Mondäner Skiort im Kanton Wallis

Crans-Montana liegt im Kanton Wallis und gilt als mondäner Ferienort mit vielen Prominenten. Berühmtester Einwohner war James-Bond-Schauspieler Roger Moore (1927-2017). Der Ort auf etwa 1.500 Metern Höhe hat ein großes Skigebiet. Ende Jänner finden dort auch Rennen des Ski-Weltcups statt.

Über die Feiertage ist der Ort in der Regel ausgebucht. Auf rund 10.000 Einwohner kommen rund 2.600 Hotelbetten und hunderte Ferienwohnungen. Bei rund einer Million Übernachtungen im Jahr kommen nach Angaben der örtlichen Tourismusbehörde etwa 20 Prozent der Gäste aus dem Ausland. Der nächste große Flughafen ist Genf, rund 180 Kilometer nordwestlich.

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