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Chronik Welt
01/09/2020

Erinnerungen an SARS: China kämpft mit mysteriöser Lungenseuche

59 Menschen sind an neuem Virus erkrankt. Die Staatsführung gibt nur - wie damals bei SARS – nur wenig Informationen preis.

17 Jahre ist es her, dass China mit SARS zu kämpfen hatte; Hunderte Menschen sind damals gestorben. Erinnerungen an die Pandemie erinnert eine neue Krankheit, die jetzt in Hongkong und der zentralchinesischen Metropole Wuhan aufgetreten ist. 59 Fälle einer bisher unbekannten Lungenkrankheit wurden bisher gemeldet.

Bei der SARS-Epidemie weigerten sich die chinesischen Behörden lange, Informationen zu teilen. Auch jetzt ist man sehr zurückhaltend, allerdings nicht ganz so restriktiv wie einst: Am Donnerstag wurde mitgeteilt, dass sie Infektion auf einen neuartigen Coronavirus zurückgehen könnte. Das chinesische Staatsfernsehen berichtete, dass die volle Gen-Sequenz des Virus sei bei einem Patienten identifiziert worden sei. Das Virus zeige die typische Morphologie eines Coronavirus und sei bei 15 weiteren Erkrankten bestätigt worden.

Reisewarnung

Coronaviren können sowohl eine normale Erkältung auslösen als auch gefährliche Erkrankungen wie die Lungenseuche SARS (Severe Acute Respiratory Syndrome) oder MERS (Middle East Respiratory Syndrome). Sie kommen bei Menschen und in der Tierwelt vor. Als Ursache wurde in Wuhan ein Markt verdächtigt, wo neben Fischen auch Wildtiere verkauft wurden. Bislang ist die Infektion bei 59 Menschen bestätigt, von denen nach jüngsten Angaben acht als geheilt wieder das Krankenhaus verlassen haben. Der Zustand von sieben Patienten galt zuletzt aber als kritisch. Todesfälle gibt es bislang nicht.

Als Reaktion auf den Ausbruch der Lungenkrankheit hat die amerikanische Botschaft in Peking eine Reisewarnung ausgegeben. Reisende nach Wuhan sollen Tiermärkte und den Kontakt mit Tieren oder auch ungekochtes Fleisch meiden, hieß es auf der Webseite. Auch sollten sie kranken Personen aus dem Weg gehen und sich die Hände häufig mit Seife und Wasser waschen. Wer in Wuhan gewesen sei und sich krank fühle, solle umgehend medizinische Hilfe suche und den Kontakt mit anderen vermeiden, hieß es weiter. Bevor der Arzt aufgesucht werde, solle die Praxis oder Klinik über die Reisegeschichte und die Symptome unterrichtet werden.