Überlebte mit Ketchup und Käse: Mädchen 32 Stunden nach Erdbeben gerettet
Die Rettung eines Mädchens aus Venezuela sorgt mit dem unglaublichen Durchhaltevermögen der 12-Jährigen für zahlreiche Reaktionen.
Zwei Wochen nach den tödlichen Erdbeben in Venezuela geht der Einsatz im Katastrophengebiet in eine neue Phase. Die Hilfskräfte konzentrieren sich nun auf die Beseitigung der Trümmer und die Versorgung der Betroffenen, wie Beteiligte mitteilten. Die Zahl der Toten steigt indes immer weiter. Offiziell wurden bisher 3.685 Todesopfer bestätigt.
In nur 24 Stunden stieg ihre Zahl um 150, wie aus einem Beitrag des Präsidenten der Nationalversammlung, Jorge Rodríguez, auf der Plattform X vom Mittwoch (MESZ) hervorging. Die aktiven Such- und Bergungsarbeiten gelten weitgehend als abgeschlossen, doch immer noch werden Leichen aus den Trümmern gezogen.
Mädchen war allein zu Hause
Die Rettung der zwölfjährigen Fabiana Blanco rührt zurzeit das ganze Netz zu Tränen. Wie BBC berichtet, war das Mädchen zu Hause, als zwei Erdbeben am 24. Juni das Land erschütterten. Ihre Mutter, Karina, war zu dem Zeitpunkt gerade dabei, eine Spinning-Stunde zu geben, als sie sich sofort auf den Weg zu ihrer Tochter machte.
32 Stunden unter Trümmern verschüttet
Doch bis Blanco bei ihrem Haus ankam, war es bereits zu spät. Wie die Zwölfjährige gegenüber BBC schilderte, war sie zum Zeitpunkt der Erdbeben in der Küche: „Ich sah Dinge wackeln, fallen, zerbrechen, und dann rissen die Wände. Die Wand, die meine Wohnung von der eines Freundes trennte, stürzte ein. In diesem Moment dachte ich: ‚Ich werde sterben. Ich werde das nicht überleben. Niemand wird mich retten.‘“
Das Mädchen lag daraufhin 32 Stunden lang auf dem Rücken unter den Trümmern: „Ich bin jemand, der sehr ängstlich und klaustrophobisch wird. Aber ich weiß nicht, warum, eine seltsame Ruhe überkam mich. Vielleicht war mein Geist im Schockzustand“, erklärte sie weiter, die kurz darauf die Stimme einer Krankenschwester hörte, die sich vor den Erdbeben im Wohngebäude um Personen gekümmert hat und selbst verschüttet wurde. Sie sprach dem Mädchen gut zu und bat sie, ruhig zu bleiben.
Verschüttete aß Ketchup und Käse, um zu überleben
Sechs Stunden nach dem Erdbeben, gegen Mitternacht, wurde die Krankenschwester gerettet. Sie erzählte den Einsatzkräften, dass ein Mädchen namens Fabiana noch am Leben sei und zwischen den Trümmern liegt. Das Mädchen erinnerte sich an die schrecklichen Stunden zurück und erzählte, wie sie überleben konnte: „Eines meiner Beine war in einer schmerzhaften Position gebeugt, und ich bewegte einige der Trümmer, damit ich es gerade richten konnte. Dabei zog ich mir Schrammen und Schnitte zu, aber ich fand eine Flasche Ketchup und etwas geriebenen Käse. Das hat mich bei Bewusstsein gehalten.“
Trümmer sahen aus „wie aus Fernsehserie“
Am 26. Juni gegen 2.00 Uhr nachts – 32 Stunden nach den Erdbeben – gelang es den Rettern, einen Tunnel breit genug zu graben, um Fabiana herauszuholen. Ein Video, in dem das Mädchen lächelnd in die Kamera blickt, ist im Netz viral gegangen. „Als ich herauskam, sah ich meine Familie, ich sah das komplett eingestürzte Gebäude, und es fühlte sich an, als wäre es nicht real, wie in einer Fernsehserie“, sagte die Zwölfjährige weiter, die auf Social Media für ihr Durchhaltevermögen gelobt und bewundert wird.
Das Mädchen brach sich zwar den linken Fuß und hatte ein paar Schrammen und Prellungen, doch ansonsten ging es dem Kind gut. Sie lebt jetzt mit ihrer Großmutter zusammen. Am Rücken zu liegen, macht Fabiana aber weiterhin Angst, weil es sie an „die Zeit in den Trümmern“ erinnert.
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