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Ex-Chef der Modelagentur Elite wegen Vergewaltigung angezeigt

Sechs Frauen haben in Paris Strafanzeige gegen Gérald Marie, den früheren Europa-Chef der Modelagentur Elite, erstattet. Sie werfen ihm Vergewaltigung und Menschenhandel vor.
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Zusammenfassung

  • Sechs Frauen haben in Paris Strafanzeige gegen den früheren Europa-Chef der Modelagentur Elite, Gérald Marie, wegen Vergewaltigung und Menschenhandels erstattet und sich als Zivilklägerinnen angeschlossen.
  • Die Anzeigen werfen Marie vor, seine Machtstellung über Jahrzehnte ausgenutzt zu haben, um junge Frauen zu sexuellen Handlungen zu zwingen; eine Betroffene war zur Tatzeit minderjährig.
  • Marie bestreitet die Vorwürfe kategorisch, während die Pariser Staatsanwaltschaft ein früheres Verfahren bereits 2023 wegen Verjährung eingestellt hatte.

Sechs Frauen haben in Paris Strafanzeige wegen Vergewaltigung und Menschenhandels gegen den früheren Europa-Chef der Modelagentur Elite, Gérald Marie, erstattet. Mit den Anzeigen beantragten sie zugleich ihre Beteiligung als Zivilklägerinnen, wie ihr Anwalt Mathias Darmon am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP sagte. Die Frauen sind nach Angaben Darmons etwa 45 bis 60 Jahre alt, die meisten von ihnen sind demnach US-Bürgerinnen.

Eine von ihnen war zum Zeitpunkt der mutmaßlichen Taten minderjährig. In den Anzeigen wird Marie vorgeworfen, seine Machtstellung bei der international tätigen Agentur über Jahrzehnte hinweg ausgenutzt zu haben, um junge Frauen zu sexuellen Handlungen zu zwingen. Einige der Frauen hatten Darmon zufolge bereits 2020 oder 2021 Anzeige erstattet, andere wandten sich nun erstmals an die Justiz.

Die neuen Anzeigen knüpfen demnach an eine Strafanzeige des früheren US-Topmodels Carré Otis vom 5. Juni an. Die heute 57-Jährige wirft Marie vor, sie Mitte der 1980er Jahre im Alter von 17 Jahren vergewaltigt und zum Opfer von Menschenhandel gemacht zu haben. Otis zählte in den 1990er Jahren neben Naomi Campbell, Cindy Crawford und Claudia Schiffer zu den erfolgreichsten Models der Welt.

Marie bestreitet Vorwürfe „kategorisch“

Maries Anwältin Céline Bekerman erklärte auf Anfrage von AFP, ihr Mandant bestreite die Vorwürfe „kategorisch“. Die Anschuldigungen seien bereits in einer umfassenden Untersuchung der Pariser Staatsanwaltschaft geprüft worden. Es gebe keinen Grund, das wegen Verjährung eingestellte Verfahren fast 40 Jahre nach den mutmaßlichen Taten wieder aufzurollen.

Die Pariser Staatsanwaltschaft hatte nach einer Anzeige der früheren BBC-Journalistin Lisa Brinkworth bereits 2023 ein Verfahren gegen Marie wegen Verjährung eingestellt. Brinkworth gehörte zu einer Gruppe von 15 Frauen, die im März Ermittlungen zu mutmaßlichen Verbindungen zwischen Marie und dem verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein gefordert hatte.

Marie leitete 25 Jahre lang das Europageschäft von Elite. Er war zeitweise mit dem Topmodel Linda Evangelista verheiratet.

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