Das Haus wurde vom Erdbeben zerst├Ârt

┬ę REUTERS/CHINA STRINGER NETWORK

Chronik Welt
06/18/2019

Dutzende Tote und Verletzte bei Erdbeben in China

Mindestens elf Menschen kamen ums Leben, mehr als 120 wurden verletzt.

Bei einem schweren Erdbeben in der s├╝dwestchinesischen Provinz Sichuan sind mindestens elf Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 120 Menschen wurden nach ersten Z├Ąhlungen verletzt, wie Staatsmedien am Dienstag berichteten. Das Beben, dessen Epizentrum am Montagabend in der Gemeinde Changning nahe der Stadt Yibin lag, erreichte die St├Ąrke 6,0.

Menschen liefen in Panik auf die Stra├čen. H├Ąuser st├╝rzten ein. Das genaue Ausma├č der Sch├Ąden zeigte sich erst bei Tageslicht.

Die Beh├Ârden leiteten sofort Bergungs- und Rettungsarbeiten ein. Es seien umgehend 5.000 Zelte, 10.000 Feldbetten und 20 000 Decken ins Erdbebengebiet geschickt worden, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Unter den Verletzten sind mindestens f├╝nf im kritischen Zustand. 16 seien schwer verletzt, berichtete das Parteiorgan "Volkszeitung". Hunderte Feuerwehrleute waren im Einsatz.

Das Erdbeben ereignete sich am Abend um 22.55 Uhr Ortszeit (16.55 Uhr MESZ). Es habe sich sehr stark angef├╝hlt, zitierte Xinhua einen Bewohner von Changning namens Hu Yukun. "Die Erde bewegte sich etwa eine Minute lang." Betroffen war auch die Nachbargemeinde Gongxian. Viele Menschen verbrachten aus Angst vor weiteren Beben die Nacht im Freien, wie in sozialen Medien berichtet wurde.

"Ich ruhte mich gerade in meiner Wohnung aus, als das Erdbeben passierte", sagte Cheng Hongxia, der im 16. Stock eines Hochhauses in Changning wohnt, laut Xinhua. "Die Lampe und die M├Âbel in unserem Haus bewegten sich sehr stark. Meine Familie suchte erst Zuflucht im Badezimmer, dann sind wir nach drau├čen gelaufen."

Es wurde erwartet, dass die Zahl der Opfer w├Ąhrend der Bergungsarbeiten noch steigt. Im Dorf Meidong sei ein Hotel eingest├╝rzt, berichtete Xinhua. Nach dem Beben zeigten sich zudem gro├če Risse auf der Schnellstra├če zwischen den Gemeinden Yibin und Yuxong. Die Stra├če musste gesperrt werden. Auch auf anderen Stra├čen musste der Verkehr wegen Fahrbahnsch├Ąden gestoppt werden.

In der rund 300 Kilometer nordwestlich gelegenen Provinzhauptstadt Chengdu habe das Fr├╝hwarnsystem schon eine Minute vor dem Erdbeben Alarm geschlagen, berichtete die Staatsagentur. Dann sei der Erdsto├č stark zu sp├╝ren gewesen. Auch in der 240 Kilometer nord├Âstlich gelegenen Metropole Chongqing habe das Beben die Erde ersch├╝ttert. Am Dienstag in der Fr├╝h kam es dann in Sichuan zu einem weiteren Erdbeben der St├Ąrke 5,2, wie Seismologen berichteten.

In der Provinz waren 2008 bei einem schweren Erdbeben der St├Ąrke 8,0 in Wenchuan mehr als 80 000 Menschen ums Leben gekommen. Sichuan liegt am Rand der ├ťberschiebungszone der indischen Kontinentalplatte und der eurasischen Platte. Durch Plattenverschiebungen ist die Provinz besonders erdbebengef├Ąhrdet.

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