Chronik | Welt
14.11.2018

Die Kalifornier sammeln jetzt Spenden für den Wiederaufbau

Nach den verheerenden Waldbränden suchen viele nach Freunden, und der Gouverneur versucht, Trump zu besänftigen.

 

Starkoch Wolfgang Puck startet eine Spendenaktion und er ist nicht der Einzige. Dana Schweiger berichtet von ihrer Flucht aus Malibu im Pyjama. Sie konnte gerade noch Dokumente, Familienschmuck und Fotos mitnehmen. Sechs Stunden dauerte die Fahrt, die sie normalerweise in 30 Minuten zurücklegt. Und am schlimmsten war: kein Handy funktionierte, kein Kontakt zur Tochter.

Für eine Bilanz ist es noch zu früh, da die Brände noch immer nicht unter völlige Kontrolle gebracht sind. Immerhin gibt es weniger Wind. Vorläufige Bilanz: über 50 Tote, die meisten in Paradise. Die Schäden gehen in die Milliarden, und nur die wenigsten Hausbesitzer, ausgenommen die Wohlhabenden, sind ausreichend versichert.

Jerry Brown, der abtretende Gouverneur von Kalifornien und Trump-Gegner, hat sich seine letzten Wochen im Amt in Sacramento wohl anders vorgestellt: Jetzt muss er Bundeshilfen in Washington beantragen und bemüht sich um Deeskalation mit dem Weißen Haus. Der 80-jährige Demokrat steht für Umweltpolitik im von Dürre und Wassermangel geplagten Land. 1974 kam er als Nachfolger von Ronald Reagan das erste Mal ins Amt und führte Wasser sparende Toilettenspülungen ein. In seiner zweiten Amtszeit ab 2010 stand die Klimapolitik im Zentrum. Vor drei Jahren musste er erstmals den Wasserverbrauch regulieren. Als Trump aus dem Pariser Klimaschutzabkommen ausstieg, unterzeichnete Brown ein Gesetz, nach dem Kalifornien seinen Strombedarf ab 2045 aus erneuerbaren Energien decken soll.

Die Brände, die vorigen Donnerstag im Norden und im Süden des Staates ausgebrochen waren, zerstörten bereits Hunderte Quadratkilometer Wald und Tausende Häuser. Hunderttausende Menschen mussten sich in Sicherheit bringen. Mehrere Tausend Feuerwehrleute, auch aus Texas, sind im Einsatz.