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Chronik | Welt
06/06/2019

Deutsche Polizisten nutzten Position, um Mädchen nachzustellen

Mecklenburg: Die Teenager, damals 13 und 15 Jahre alt, hatten sich zuvor wegen Übergriffen an die Polizisten gewandt.

In Mecklenburg-Vorpommern sind zwei Polizisten ins Visier geraten. Die Männer sollen in zwei Fällen Mädchen Avancen gemacht haben, berichtet Spiegel Online. Die betroffenen Mädchen waren 13 und 15 Jahre alt, als sie von den Polizeibeamten kontaktiert wurden. Das geht aus einem Bericht des Landesbeauftragten für Datenschutz hervor.

Beide Fälle sollen sich im Westen des deutschen Bundeslandes ereignet haben.

Besonders brisant ist der Fall der 15-Jährigen. Das Mädchen soll in Begleitung einer Betreuerin zur Polizeiwache gekommen sein, um Anzeige zu erstatten. Den Angaben zufolge waren gegen ihren Willen Bilder im Internet veröffentlich worden, die sie beim Geschlechtsverkehr zeigen. Der Polizist, der den Fall aufnahm, kontaktierte die Teenagerin anschließend und lud sie per SMS zu einen Fotoshooting ein, heißt es weiter.

Im zweiten Fall hatte im Jahr 2017 eine damals 13-Jährige als Zeugin auf einem Polizeirevier ausgesagt, es ging um Kindesmissbrauch. Der Beamte besorgte sich nach der Vernehmung die Handynummer des Mädchens und machte ihr per Whatsapp "sexuelle Avancen".

In beiden Fällen wurden Bußgelder verhängt. Im Fall der 15-Jährigen wurde ein Strafverfahren gegen den Polizisten eingestellt. Das Disziplinarverfahren ist laut Innenministerium nicht nicht abgeschlossen. In keinem der Fälle wurden die Polizisten wegen ihres Verhaltens aus dem Dienst entlassen, so der Bericht.