© EPA/FILIPPO VENEZIA

Chronik Welt
03/19/2020

Coronavirus: Italien hat nun mehr Todesopfer als China

Mehr als 3.400 Menschen sind in Italien mittlerweile am Coronavirus gestorben.

von Michael Hammerl

Der Ursprung des Coronavirus liegt bekanntlich in Wuhan, Hauptstadt der chinesischen Provinz Hubei. Während China mittlerweile das Coronavirus - laut offiziellen Zahlen - unter Kontrolle bekommen hat und die Zahl der Neuinfektionen täglich kaum mehr steigt, hat Italien das nicht geschafft. Allen voran der Norden und dort insbesondere die Region Lombardei, haben eine erschreckende Zahl an Neuinfektionen und Todesopfern zu verzeichnen.

Nun ist geschehen, was l√§ngst absehbar war: Italien hat seit Donnerstagabend die weltweit meisten Coronavirus-Todesopfer. Innerhalb 24 Stunden starben 427 weitere Personen. Damit verzeichnet Italien aktuell - Stand Donnerstagabend - 3.405 registrierten Corona-Toten. In China fielen 3.245 Menschen dem Virus zum Opfer.

eine 23degrees Grafik Platzhalter.

Wir w√ľrden hier gerne eine 23degrees Grafik zeigen. Leider haben Sie uns hierf√ľr keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte 23Degrees zu.

Der Anstieg ist damit geringer als am Mittwoch, als die Zahl der Todesopfer um ein Rekordhoch von 475 gestiegen war. Die Zahl der Infizierten kletterte auf 33.190, was einem Zuwachs von 4.480 Personen entspricht, teilte der italienische Zivilschutz in Rom mit. 2.498 Personen liegen auf der Intensivstation. 4.440 Menschen sind inzwischen genesen. Zum Vergleich: In China gab es bisher knapp √ľber 81.000 Infizierte.

Enorm hohe Sterberate

Die Sterberate ist in Italien somit weitaus h√∂her, sie liegt bei √ľber sieben Prozent. Das k√∂nnte einerseits daran liegen, dass im Schnitt besonders viele alte Menschen in Italien am Virus erkranken - oder Menschen erst getestet werden, wenn sie Symptome aufweisen. J√ľngere Personen haben meist mildere Krankheitsverl√§ufe.

√Ąltere Menschen haben ein erh√∂htes Risiko f√ľr schwere Verl√§ufe, weil ihr Immunsystem nicht mehr so gut arbeitet und oft Vorerkrankungen vorliegen. Laut der medizinischen Fachzeitschrift Jama aus den USA sind 35,6 Prozent der Infizierten in Italien zwischen 70 und 79 Jahre alt - √ľber 50 Prozent der Erkrankten seien noch √§lter. Das Risiko, an der Erkrankung zu sterben, steigt ab 70 auf knapp zehn Prozent, bei √ľber 80 liegt es bei 18 Prozent.

Das italienische Gesundheitssystem ist jedenfalls v√∂llig √ľberfordert mit der Situation. √Ąrzte berichten von Zust√§nden wie in Kriegsgebieten. T√§glich m√ľssen sie √ľber Leben und Tod entscheiden: Wer bekommt noch ein Beatmungsger√§t, bei wem ist die Situation aussichtsloser? Zust√§nde, die √Ėsterreich mit den aktuellen, rigiden Ma√ünahmen wegen einer begrenzten Zahl an Intensivbetten dringend verhindern will.

Lombardei bleibt Krisenherd

Italiens katholische Bisch√∂fe haben f√ľr diesen Donnerstagabend zu einem Rosenkranzgebet gegen das Coronavirus aufgerufen. F√ľr 21 Uhr sind alle Italiener zu "einem Moment des Gebets f√ľr das ganze Land" angehalten. Wer mitmachen will, soll "als Symbol der Verbundenheit und Hoffnung" eine Kerze oder ein wei√ües Tuch am Fenster anbringen.

In der Lombardei stieg die Zahl der Todesopfer auf 2.168, das sind 209 mehr als am Mittwoch. Die Zahl der Infizierten kletterte von 17.713 auf 19.884.

In Kärntens Nachbarregion Friaul Julisch Venetien stieg die Zahl der Coronavirus-Todesopfer auf 36. Die Zahl der Infizierten wuchs auf 522 Personen, das sind 137 mehr als am Mittwoch, berichteten die regionalen Gesundheitsbehörden am Donnerstag. Die meisten Infizierten (266 Fälle) wurden in der Provinz Udine gemeldet. Vier Personen wurden genesen. 134 Personen liegen im Krankenhaus, davon 29 auf der Intensivstation.

eine 23degrees Grafik Platzhalter.

Wir w√ľrden hier gerne eine 23degrees Grafik zeigen. Leider haben Sie uns hierf√ľr keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte 23Degrees zu.

Jederzeit und √ľberall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.

Kommentare