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Chronik Welt
12/13/2018

Chinesische Prinzessin sitzt in einer Villa in Vancouver fest

Die Affäre um die Huawei-Finanzchefin weitet sich aus. Ein zweiter Kanadier sitzt in China in Haft.

von Susanne Bobek

Eine Abordnung aus dem chinesischen Konsulat machte der gegen Kaution aus der Haft entlassenen Finanzchefin von Huawei in einer Villa in Vancouver in Kandada die Aufwartung. Die Damen und Herren brachten der 46-jährigen Meng Wanzhou Orchideen und andere Geschenke.

Meng ist eine echte chinesische Prinzessin. Ihr Vater Ren Zhengfei gründete 1987 mit 2700 Euro Startkapital den Telekomriesen. Die Tochter gilt als seine Nachfolgerin des größten chinesischen Privatunternehmens mit allerbesten Kontakten zu den kommunistischen Kadern. Meng ist angeblich eine Schulabbrecherin, die bei ihrem Vater als Sekretärin begann und sich wie die Firma allmählich weiter entwickelte.

Doch die USA führen ja bekanntlich eine Art Handelskrieg und werfen ausgerechnet Meng vor, über die Huawei-Tochter Skycom Geschäfte mit den Iran gemacht und damit gegen US-Sanktionen verstoßen zu haben. Kanada musste die Frau deshalb festnehmen – und hat jetzt große Probleme mit China. Die USA fordern Mengs Auslieferung. Ein Tauziehen mit ungewissem Ausgang.

Am Donnerstag wurde bekannt, dass ein zweiter Kanadier wahrscheinlich schon am Montag in der Volksrepublik China in Haft kam: Nach dem Ex-Diplomaten Michael Kovrig wird auch dem Korea-Experten Michael Spavor vorgeworfen, „in Aktivitäten verwickelt zu sein, die die nationale Sicherheit gefährden“. Eine Formulierung, die auf Spionage schließen lässt. Von der Verhaftung berichtete die Nachrichtenagentur China News Service am Donnerstag unter Hinweis auf das Staatssicherheitsbüro in Dandong an der nordkoreanischen Grenze.

Kovrig arbeitet für die in Brüssel ansässige Crisis Group, und auch Spavor arbeitet für eine NGO: Paektu arbeitet am Kulturaustausch und an guten Beziehungen zu Nordkorea. Spavor ist einer der wenigen Ausländer, der mit dem Machthaber Kim Jong-un zusammengetroffen ist. Er organisierte im Übrigen auch die beiden skurrilen Besuche des US-Basketballstars Dennis Rodman bei „seinem Freund“ Kim im Jahr 2013 und 2014.

Trump schaltet sich ein

Zuletzt deutete US-Präsident Donald Trump an, er könnte sich in den Fall einschalten, um die Handelsgespräche seines Landes mit China zu erleichtern. Kanada protestierte, den Auslieferungsprozess zu politisieren.

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