Slowakei: Bärenmutter und ihre Jungen nach Angriff erschossen
Braunbären leben vor allem in den Bergregionen der Slowakei. Immer wieder kommt es dort zu gefährlichen Begegnungen mit Menschen (Symbolfoto).
In der Slowakei haben die Behörden eine Bärenmutter und ihre beiden Jungtiere abgeschossen. Die Tötung sei beschlossen worden, weil die großen Raubtiere als Gefahr für die Bevölkerung eingestuft worden seien, berichtete die Agentur TASR unter Berufung auf das Umweltministerium. Zuvor hatte die Braunbärin einen 42 Jahre alten Mann angegriffen und schwer verletzt.
Der Verletzte war am Sonntagabend an einer Ausfahrt einer Autobahn bei Turany im Norden des Landes aufgefunden worden. Er wurde mit Brust- und Kopfverletzungen, die auf einen Bärenangriff hindeuteten, in ein Krankenhaus gebracht. Ein spezielles Einsatzteam machte daraufhin die Bärengruppe mit Hilfe von Drohnen mit Wärmebildkameras ausfindig.
Das Alter des erlegten Muttertieres wurde auf 18 Jahre geschätzt. Das sei in freier Wildbahn ein vergleichsweise hohes Alter, hieß es. Das Gewicht lag bei rund 136 Kilo. Die Jungtiere brachten jeweils 23 und 25 Kilo auf die Waage und dürften damit rund ein halbes Jahr alt gewesen sein. Turany ist eine Stadt in der Nordslowakei mit rund 4.000 Einwohnern, knapp 180 Kilometer nordöstlich von Bratislava.
Schwieriges Zusammenleben
In dem EU- und Nato-Mitgliedstaat Slowakei kommt es immer wieder zu Zusammenstößen zwischen Braunbären und Menschen. Im Frühjahr 2025 rief die Regierung eine Notlage aus und beschloss, rund 350 Bären zum Abschuss freizugeben. Tierschützer befürchten, dass dies den Bestand der eigentlich geschützten Tiere gefährden könnte.
Eine Studie in Kooperation mit der Prager Karls-Universität aus dem Jahr 2022 hatte die Zahl der Bären auf mindestens 1.012 und maximal 1.275 Bären geschätzt. Neuere Daten liegen bisher nicht vor. Die meisten der Braunbären leben im Landschaftsschutzgebiet Polana im Herzen der Slowakei sowie im Fatra-Tatra-Gebiet, einem Teil der Westkarpaten.
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