50 Millionen Dollar: Der teuerste Dino der Welt heißt „Gus“
Es sei „eines der größten und besterhaltenen Exemplare“ eines Tyrannosaurus Rex, hieß es in der Vorankündigung des Auktionshauses - und „das beste Exemplar, das sich noch in privaten Händen befindet“.
Wer den Saurier namens „Gus“ bei der Versteigerung am Dienstag in New York kaufte - ein Museum oder eine Privatperson - gab das Auktionshaus in seiner Rekordmeldung nicht bekannt. Nur soviel: Mit 50,1 Millionen US-Dollar übertraf „Gus“ seinen Schätzpreis (20-30 Millionen) deutlich und stellte einen neuen Rekord für ein Dinosaurierskelett auf. Dieser wurde 2024 vom Stegosaurus „Apex“ ebenfalls bei Sotheby's aufgestellt - mit 44,6 Millionen US-$. Käufer war der Hedgefond-Manager Ken Griffin.
Der Markt mit Fossilien brummt seit langer Zeit - in jüngerer Vergangenheit haben sich Auktionshäuser aber auch darauf verlegt, die Verkäufe von Fossilien öffentlichkeitswirksam zu inszenieren. Grund dafür war nicht zuletzt der zeitweilige Mangel an erstklassiger Ware im Kernsegment der bildenden Kunst: Gemälde von Picasso, Monet oder Van Gogh kommen nicht mehr in derselben Regelmäßigkeit auf den Markt wie früher.
Zudem hat sich der Geschmack der Reichen gewandelt - insbesondere bei Tech-Milliardären haben Statussymbole früherer Generationen nicht mehr denselben Stellenwert. Raritäten aus dem Feld der Wissenschaft können hier teilweise eine Lücke füllen.
Entsprechend wurde die Auktionsserie von Sotheby's auch als „Geek Week“ vermarktet - eine Art Sonderangebotswoche für jene Sorte Menschen, die das deutsche Wörterbuch als „Fachidioten“ oder „Computerfreaks“ übersetzt. Aus dieser Schicht stammen heute bekanntermaßen die reichsten Menschen der Welt.
Derlei Marktpotenzial fördert gewiss auch den Forscherdrang. „Gus“ wurde vom Fossilienjäger Thomas Heitkamp auf dem Gelände des Farmers Gary „Gus“ Licking in South Dakota/USA entdeckt (daher der Name) und zwischen 2021 und 2023 ausgegraben.
Noch vor der Dino-Auktion hatte Sotheby's sein Halbjahresergebnis 2026 veröffentlicht. Mit 4,4 Milliarden US-$ Umsatz verbuchte das Auktionshaus einen neuen Rekord, der sich teils den jüngsten Kunstauktionen mit Werken aus der Sammlung des britischen Financiers Joe Lewis verdankte.
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