Drei Fallschirme breiten sich aus, die letzten Meter ihrer 1,1 Millionen Kilometer langen Reise gleitet die Kapsel langsam Richtung Erde.
Um kurz nach 2 Uhr (MESZ) war es in der Nacht auf Sonntag so weit: Die "Artemis 2"-Mission Crew landete zurück auf der Erde, die Mission, die die Astronauten der NASA so weit weg von der Erde führte wie noch nie einen Menschen zuvor, ist geglückt.
Rund 10 Tage dauerte die Reise einmal um den Mond und zurück. Die US-Astronauten Reid Wiseman, Victor Glover und Christina Koch sowie der Kanadier Jeremy Hansen hatten sich bei ihrer Mondumrundung 406.773 Kilometer von der Erde entfernt - weiter als je ein Mensch zuvor.
Die letzte Etappe ihrer Reise war noch eine der gefährlichsten gewesen. Die NASA-Astronauten mussten das schwierige Bremsmanöver einleiten, die Kapsel von 400.000 km/h runterbeschleunigen, bis die drei Fallschirme über dem Pazifik aufgingen.
Wobei am Ende alles nach Plan verlief: Es sei eine "Bilderbuch-Landung" gewesen, so die NASA. Ihre und auch Spezialkräfte des US-Verteidigungsministeriums halfen den Astronauten aus der Kapsel und brachten sie dann per Helikopter zu einem speziellen Schiff. NASA-Chef Jared Isaacman nahm sie persönlich in Empfang und gratulierte ihnen zu einer "historischen Errungenschaft". Die Astronauten winkten und lächelten in die Kameras und streckten ihre Daumen in die Höhe. Die Crew sei "gesund und glücklich", hieß es von der Nasa. Sie soll nun medizinisch untersucht und dann nach Houston (Texas) ins dortige Space Center gebracht werden.
Die vier waren in der vergangenen Woche an Bord der "Orion" mit dem Raketensystem "Space Launch System" vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Staat Florida abgehoben. Für Glover, Koch und Wiseman war es der zweite Flug ins All, für Hansen der erste. Koch wurde zur ersten Frau, Glover zum ersten nicht-weißen Menschen und Hansen zum ersten Kanadier an Bord einer Mondmission der NASA.
Mondlandung geplant - Trump will zum Mars
Bereits im kommenden Jahr möchte die NASA im Rahmen von Artemis-3 versuchen, ob eine Koppelung mit der Orion mit den Landefähren in der Erdatmosphäre möglich ist. Bereits 2028 soll es eine Landung geben. Eine Landung bei der aktuellen Mission schon technisch nicht möglich gewesen, weil es noch immer keine Landefähre (Starship) gibt. Auch fehlten einsatzbereite Raumanzüge.
Viele Experten halten diesen Zeitplan zwar für unrealistisch, doch die USA möchten unbedingt noch vor China, das eine Landung für 2029 plant, (wieder) Fußspuren im Mondstaub hinterlassen.
US-Präsident Donald Trump gratulierte der "Orion"-Besatzung nach ihrer Rückkehr zur Erde. "Glückwünsche an die großartige und sehr talentierte Crew der Artemis 2", schrieb er. "Die gesamte Reise war spektakulär, die Landung war perfekt, und als Präsident der Vereinigten Staaten könnte ich stolzer nicht sein." Trump lud die Astronauten ins Weiße Haus ein und rief als künftiges Ziel eine Reise zum Mars aus: "Wir werden es wieder tun, und dann, nächster Schritt, Mars!"
Software aus Österreich
Das Orion-Raumschiff wurde zu großen Teilen von der europäischen Raumfahrtagentur ESA finanziert und in Europa gebaut. Die Wiener Software-Schmiede TTTech mit Hauptsitz in der Schönbrunner Straße auf der Wieden hat sozusagen das „Nervensystem“ der Orion-Kapsel entwickelt.
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