Hacker von Anonymous stoppten Hildmann

© Kurier/gruber franz

Chronik Welt
09/13/2021

Anonymous legte dem Verschwörungsprediger Hildmann Fesseln an

Das Hackerkollektiv hat die rechtsradikalen Onlinekanäle des vegangen Kochs Attila Hildmann stillgelegt. Der wird per Haftbefehl gesucht.

Das Hackerkollektiv hat in einem Blogbeitrag die Übernahme der Kanäle für sich reklamiert und behauptet, im Besitz zahlreicher E-Mails von Hildmann zu sein. Ein ehemaliger Vertrauter Hildmanns soll die Zugriffsdaten zur Verfügung gestellt haben.

Der Verschwörungserzähler Hildmann bestätigte die Übernahme seiner Kanäle in einer Sprachnachricht auf einem weiteren Telegram-Kanal, der ihm zugeordnet werden kann.

Ein Maulwurf in der Berliner Justiz

In dem Bekenner-Beitrag schreibt „Anonymous“ auf der Internetseite anonleaks.net zudem, das Kollektiv sei im Besitz von Bildern, die den Vorwurf untermauern würden, dass der Haftbefehl gegen Hildmann aus der Berliner Justiz durchgestochen worden sei. Die Berliner Staatsanwaltschaft hatte im Mai 2021 mitgeteilt, dass gegen Unbekannt wegen Verletzung von Dienstgeheimnissen ermittelt werde. Es werde vermutet, dass Informationen über einen Haftbefehl gegen Hildmann aus den eigenen Reihen unzulässig weitergereicht worden waren.


Gegen Hildmann wird auch wegen des Verdachts der Volksverhetzung ermittelt. Im Juli teilte die Berliner Staatsanwaltschaft mit, dass ein Ende der Ermittlungen nicht abzusehen sei. Es kämen auch neue Verdachtsfälle durch aktuelle Äußerungen im Internet hinzu, sagte eine Sprecherin der Berliner Staatsanwaltschaft.


Der Haftbefehl gegen Hildmann kann nicht vollstreckt werden, da er sich vermutlich in die Türkei abgesetzt hat.  Er besitzt neben der deutschen auch die türkische Staatsbürgerschaft.

"Verschwörungsprediger"

Der vegane Kochbuchautor und Fitness-Gurubezeichnet sich inzwischen selbst als "ultrarechts“ und nennt sich einen "Verschwörungsprediger".

Er trat bei Protesten gegen die Corona-Schutzmaßnahmen auf. Seine Äußerungen lösten Kritik und Entsetzen aus - etwa bei seinem Kochbuch-Verlag, der die verlegerische Zusammenarbeit schon vor Jahren einstellte.

"Ich bin Nationalsozialist“

Seit dem Sommer 2020 fiel Hildmann auf dem Messenger-Dienst Telegram mit immer unverhohlenerem Judenhass auf. Er postete wiederholt Hakenkreuze, leugnete den Holocaust und überzog Personen des öffentlichen Lebens mit antisemitischen Schmähungen. "Ich bin Nationalsozialist“, schrieb er im Mai dieses Jahres.


„Anonymous“ wird immer wieder mit spektakulären Hacker-Angriffen in Verbindung gebracht. Kennzeichen von Anonymous ist eine Maske, die das Gesicht des britischen Verschwörers Guy Fawkes darstellt.

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