Chronik | Welt
28.11.2018

Absturz der Lion-Air-Maschine: Piloten kämpften verzweifelt

Laut Untersuchungsbericht war das indonesische Flugzeug nicht flugtüchtig. Bei dem Absturz kamen 189 Menschen ums Leben.

Die Piloten kämpften verzweifelt, aber am Ende umsonst. Dabei hätte der Absturz der indonesischen Passagiermaschine mit 189 Todesopfern im vergangenen Monat vermutlich verhindert werden können. Die Maschine hätte einfach nie abheben dürfen. Zu diesem Schluss kommt die indonesische Flugaufsichtsbehörde KNKT in einem vorläufigen Untersuchungsbericht. Die Boeing 737 des Billigfliegers sei demnach bereits bei einem Flug am Vortag des Unglücks "nicht flugtüchtig" gewesen.

Die Maschine war dann am 29. Oktober nur elf Minuten nach dem Start in Indonesiens Hauptstadt Jakarta ins Meer gestürzt. Von den 189 Insassen überlebte niemand.

"Sicherheitskultur" verbesserungswürdig

Nach dem Absturz der Maschine haben Indonesiens Behörden Lion Air am Mittwoch zur Einhaltung der Sicherheits-Standards aufgefordert. Die Fluggesellschaft müsse ihre "Sicherheitskultur" verbessern, heißt es in dem Bericht der Luftaufsichtsbehörde.

Überlebenskampf im Cockpit

Die "New York Times" berichtete unter Berufung auf das Papier im Voraus, dass die Piloten der fast nagelneuen Boeing 737 Max praktisch von Beginn an gegen einen Absturz gekämpft hätten. Mehr als zwei Dutzend Mal sollen sie versucht haben, die Maschine des Billigfliegers Lion Air aus einem Sinkflug nach oben zu ziehen - letztlich aber ohne Erfolg. Die Boeing zerschellte dann mit hoher Geschwindigkeit auf dem Wasser. Dazu gab es von den Ermittlern zunächst keinen Kommentar.

Widersprüchliche Angaben zu Höhe und Geschwindigkeit

Schon länger wird darüber spekuliert, dass eine neu eingeführte Software den Absturz verursacht haben könnte, die das Höhenruder der Maschine automatisch verstellen kann. Die Piloten können dies mittels zweier Schalter im Cockpit wieder abstellen, was aber offensichtlich nicht geschah.

Bereits bei einem Flug von Bali nach Jakarta am Tag vor dem Absturz hatte der Bordrechner widersprüchliche Angaben zu Flughöhe und -geschwindigkeit gemacht. Lion Air hatte erklärt, dass die Probleme vor dem Start am nächsten Morgen behoben worden seien. Die Billig-Fluglinie hatte darauf verzichtet, die Maschine sicherheitshalber am Boden zu lassen.

Der Datenschreiber der Boeing wurde inzwischen gefunden. Nach dem Stimmen-Rekorder, der die Gespräche und Geräusche im Cockpit aufzeichnet, wird noch gesucht.