31.000 Datenkopien von Rechtsträgern in Liechtenstein gestohlen
Das Fürstentum Liechtenstein ist Ziel eines umfangreichen Datendiebstahls geworden. Dabei wurden rund 31.000 Datenkopien von Gesellschaften, Stiftungen und Treuhänderschaften digital abgegriffen.
Wer hinter dem Angriff steht, ist laut Angaben der Regierung in Vaduz vom Sonntag unklar. Seit Samstagabend tagt ein Krisenstab. Ziel des Angriffs wurde das „Verzeichnis wirtschaftlich berechtigter Personen“, wie die Regierung des Fürstentums am Sonntagabend mitteilte.
Nach vorläufigen Erkenntnissen habe sich in der Nacht auf Donnerstag (30. Juli) „eine unbekannte Täterschaft widerrechtlich auf digitalem Weg“ Zugriff auf das Verzeichnis verschafft. Im Verlauf des Donnerstags seien beim Amt für Justiz Unregelmäßigkeiten aufgefallen, worauf das Amt für Informatik eingeschaltet worden sei. Dieses habe zur Sicherheit das betroffene System vom Netz genommen. Am Freitag schließlich sei die Regierung informiert und am Samstag seien die ersten bestätigten Ergebnisse der Voruntersuchungen an die Regierung übermittelt worden.
Die Leitung des am Samstagabend von der Liechtensteiner Regierung einberufenen Krisenstabes haben Regierungschefin Brigitte Haas und Justizminister Emanuel Schädler, meldete die Nachrichtenagentur sda. Oberstes Ziel sei es, „den Vorfall so rasch wie möglich umfassend aufzuklären, Betroffene zu informieren und Gegenmassnahmen einzuleiten“, wie es in einer Mitteilung hieß.
„Bisher keine Lösegeldforderungen“
Nach aktuellem Kenntnisstand bestünden keine Hinweise darauf, dass Daten im System verändert oder gelöscht wurden, schrieb die Liechtensteiner Regierung weiter. In der „Tagesschau“-Hauptausgabe von Schweizer Radio und Fernsehen SRF sagte Regierungschefin Haas zudem, dass bisher auch keine Lösegeldforderungen eingegangen seien, ebenso wenig seien die Daten im Darknet aufgetaucht.
Am Montag wollte der Krisenstab demnach über weitere Entwicklungen informieren.
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