Chronik | Vorrang 04.09.2017

Schulstart: Auch der Schulweg gehört geprobt

Schulkind mit Tüte © Bild: KURIER/Gerhard Deutsch

Alleine im Vorjahr gab es österreichweit 538 Schulweg-Unfälle. Beim Autofahren ist Vorsicht geboten.

Die Schultüte hat ab morgen wieder Hochsaison: Wenn die Sommerferien in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland nach zwei heißen Monaten zu Ende gehen, wird der Schulstart offiziell eingeläutet. Die restlichen Bundesländer folgen dann eine Woche später. Österreichweit erwartet 88.500 Taferlklassler der sogenannte Ernst des Lebens – für sie startet ein neuer Lebensabschnitt.

Autofahrer gefordert

Verkehrsexperten weisen anlässlich des Schulanfangs darauf hin, dass Kinder vom Vertrauensgrundsatz ausgenommen sind. Autofahrer sollten sich also nicht darauf verlassen, dass Kinder richtig reagieren.

Vielmehr raten sie dazu, im Bereich von Schulen das Tempo zu reduzieren und bremsbereit zu fahren. Denn Kinder können das Fahrtempo oft nicht richtig einschätzen und werden zudem aufgrund ihrer Körpergröße oft erst spät erkannt. Insbesondere wenn sie hinter parkenden Autos, Verkehrszeichen oder Dreiecksständer verborgen sind.

Mit diesen Tipps lassen sich Gefahren vermeiden

Sicherer Weg Nicht immer ist der schnellste Weg auch der sicherste. Lieber einen Umweg in Kauf nehmen, wenn es auf diesem Weg Ampelkreuzungen und Zebrastreifen gibt.

Üben Vor dem Schulbeginn sollte der Weg mit dem Kind geübt werden. Es ist auch hilfreich, es alleine gehen zu lassen und dabei zu beobachten. Nach den ersten paar Unterrichtswochen sollte das Gelernte aufgefrischt werden. Wichtig: Lob für richtiges Verhalten. So lernen Kinder nachhaltig.

Perspektivenwechsel Durch das gemeinsame Abgehen des Schulwegs können Eltern ihr Kind auf Gefahrenquellen aufmerksam machen. Diese erkennt man am besten, indem man sich auf Augenhöhe des Kindes begibt. Eltern werden merken, dass dabei oft der nötige Überblick fehlt, etwa wegen Werbetafeln, Gebüschen oder Baustellen.

Vorbild sein Eltern sind Vorbilder für ihre Kinder. Sie sollten sich daher immer an die Verkehrsregeln halten. Man sollte dem Kind vorleben, immer den Zebrastreifen zu benützen, auch wenn es einen Umweg bedeutet. Auch Ampelsignale dürfen nie ignoriert werden.

Sichtbar sein Kinder müssen für Autofahrer gut sichtbar sein – durch reflektierende Aufnäher auf der Kleidung oder Reflektoren auf der Schultasche. Gerade bei schlechten Lichtverhältnissen ist helle Kleidung sinnvoll. Auch Warnwesten eignen sich.

Hektik vermeiden Das Kind sollte genügend Zeit für den Schulweg haben. Drängt man etwa Langschläfer zu schnell, kann ihre Reaktionsfähigkeit eingeschränkt sein.

( kurier.at ) Erstellt am 04.09.2017