© Kurier/Juerg Christandl

Vorrang für Kinder
09/17/2016

Der Schulweg ist die erste Aufgabe

Prävention schützt vor Unfällen mit Schülern / 216 Polizisten waren zum Schulstart im Einsatz.

von Melanie Mai, Gabriele Scherndl

Nach den langen Ferien kann es passieren, dass Autofahrer auf erhöhte Vorsicht in der Nähe von Schulen vergessen. Doch der Schulbeginn fordert erhöhte Aufmerksamkeit auf den Straßen. Viele Kinder sind mit ihren Rucksäcken geschultert wieder auf dem Weg zum Unterricht. Darauf machte auch heuer die schon traditionelle KURIER-Aktion "Vorrang für Kinder" gemeinsam mit der Polizei, dem Kuratorium für Verkehrssicherheit und der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt aufmerksam. Zwei Wochen lang stand der KURIER mit der Polizei vor Wiener Schulen und sorgte für die nötige Sicherheit. 216 Beamte waren in diesem Jahr für die Schulwegsicherung im Einsatz. Radarmessungen wurden durchgeführt, Kreuzungen gesichert und Stundenpläne mit den wichtigsten Verkehrsregeln und Sicherheitstipps an die Schulkinder ausgeteilt.

Disziplinierte Lenker

Das Ziel der Aktion war die erhöhte Polizeipräsenz im Bereich von Schulen und die Bewusstseinsbildung. "Die Aktion wurde von den Autofahrern sehr gut angenommen. Alle Fahrer waren einsichtig, fuhren langsam und waren aufmerksam unterwegs. Daher gab es auch nur wenig Übertretungen", sagt Polizeioberst Josef Binder zum Abschluss der KURIER-Aktion.

Anton Ofner, Obmann der AUVA, zieht ebenfalls Bilanz: "Mit der Aktion konnte die AUVA Initiativen für die Verbesserung der Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr einer breiten Öffentlichkeit bekannt machen und Kindern wie Eltern näher bringen, den Schulweg sicher zu gestalten. Wenn wir präventiv eingreifen können, kann viel Leid durch Unfälle erspart werden. Denn jeder Unfall ist einer zu viel." Alexander Schönauer ist Polizist und Koordinator vom Projekt für sichere Schulwege. Er meint: "Die Situation ist sehr sensibel, man muss als Autofahrer in der Nähe von Schulen defensiv und bremsbereit fahren."

Tägliches Training

Vor jeder Schule gibt es entsprechende Bodenmarkierungen und Verkehrszeichen, welche die Autofahrer auf die zahlreichen Kinder aufmerksam machen. Schönauer rät den Eltern, dass sie mit den Kindern in den Ferien den gesamten Schulweg täglich abgehen und auf die möglichen Gefahrensituationen aufmerksam machen. Den Kindern soll beigebracht werden, dass Schutzwege und Ampeln als Sicherheit dienen, aber sie trotzdem erst bei entsprechender Verkehrslage benützt werden sollen. Nach einiger Zeit sollte den Kleinen die Kontrolle überlassen werden. So sieht man, wie die Kinder die Verkehrssituation meistern und wo es noch Probleme am Weg zur Schule gibt. Außerdem meint Schönauer: "Der kürzeste Weg ist nicht automatisch der sicherste."

Vorsichtig

Die sechsjährige Inci wird noch von ihrem Vater zur Schule gebracht. Die Erstklässlerin weiß bereits, dass sie auf Schutzwegen und bei Ampeln vorsichtig sein und auf die Umgebung achten muss. "Die kommenden Monate wird sie zur Sicherheit in die Schule begleitet", sagt ihr Vater, "um auf Nummer sicher zu gehen, dass sie die Gefahren wirklich erkennt und diese richtig einschätzt."

In ein paar Jahren wird Inci also selbst zur Schule gehen, so wie der 12-Jährige Ibrahim. Nachdem seine Mutter ein paar Monate den Schulweg mit ihm geübt hat, ist er mittlerweile ganz auf sich alleine gestellt. "Ich achte immer darauf, ob etwas Gefährliches in der Nähe ist, sogar, wenn ich gerade mit einem Freund rede", sagt der Bub.

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