Kontaminierte Babynahrung: Nun klagt Familie den Nestlé-Konzern
Eine US-Amerikanerin wusste nichts von ihrer Schwangerschaft und kam mit starken Bauchschmerzen ins Spital. Noch auf dem Weg dorthin kam ihr Baby zur Welt. (Symbolbild)
Eine Familie aus Dornbirn hat wegen potenziell verunreinigter BEBA-Pre-Säuglingsnahrung Klage gegen den Nestlé-Konzern eingebracht. Wie die Vorarlberger Nachrichten („VN“) am Mittwoch berichteten, handelt es sich um den ersten österreichischen Zivilprozess rund um Anfang 2026 zurückgerufene Säuglingsnahrung. Das Kleinkind der Familie hatte Ende 2025 mehrere Wochen mit gesundheitlichen Beschwerden zu kämpfen, nachdem es mit der Babynahrung gefüttert worden war.
Anfang 2026 rief Nestlé weltweit Säuglingsnahrung wegen möglicher Verunreinigung mit dem Bakteriengift Cereulid zurück, das Magen-Darm-Beschwerden verursachen kann. Das Kleinkind des Dornbirner Ehepaares litt von Mitte November bis Ende Dezember 2025 unter täglichem Erbrechen und Atemnot und verlor an Gewicht, berichteten die „VN“. Als das Kind nicht mehr mit der betreffenden Charge des Produkts gefüttert wurde, hätten die Symptome nachgelassen. Nun erheben die Eltern gegen den Hersteller Ansprüche nach dem Produkthaftungsgesetz (PHG) sowie auf Schmerzengeld und Pflegeaufwand.
Auch andere Hersteller waren betroffen
Der Anwalt der Familie verwies in dem Zeitungsbericht auf das große Machtungleichgewicht zwischen einer einzelnen Familie und einem global agierenden Konzern und geht von einer hohen Dunkelziffer an betroffenen Kindern in Österreich aus, da die betroffene Säuglingsnahrung im Spätherbst 2025 noch flächendeckend im Handel erhältlich war. Der Fall zeige, „dass auch Großkonzerne nicht schalten und walten können, wie sie wollen.“
Grund für den Rückruf durch Nestlé war eine potenzielle Kontaminierung mit Cereulid, einem Giftstoff des Bakteriums Bacillus cereus. Ein im Dezember 2025 festgestelltes technisches Gebrechen bei einem Zulieferer kontaminierte einen Inhaltsstoff. Das Bakterium selbst wurde im Herstellungsprozess abgetötet, das hitzestabile Bakteriengift verblieb jedoch im Pulver. Nestlé betonte, dass gemessene Werte in Stichproben sehr niedrig waren. Nach dem ersten Rückruf im Jänner wurde dieser im Februar auf weitere Chargen ausgeweitet. Auch andere Hersteller waren betroffen.
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