Transportroboter "Rolliver" sorgt für Staunen in der Klinik Innsbruck

Der Roboter legt jeden Tag 6,5 Kilometer zurück, um verunreinigte Instrumente einzusammeln. Patientenkontakt ist dabei Alltag.
Transportroboter Rolliver in der Klinik Innsbruck

"Rolliver" macht große Augen und blinzelt, als er ins Zimmer kommt. Das ist aber weniger den zahlreichen Journalisten geschuldet, die den Transportroboter am Dienstag an der Innsbrucker Klinik in einem Raum zur Reinigung von Instrumenten erwarten. Er ist vielmehr auf gute Miene programmiert. Dabei rackert der Roboter jeden Tag ziemlich viel.

"Ein Vorteil ist: Er motzt nicht", scherzt Gabriele Holzknecht, Leiterin der Aufbereitung am Department für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde. Dort spult "Rolliver" jeden Tag 6,5 Kilometer quer durch die Klinikgänge ab, bringt die in über 40 Behandlungskojen verwendeten Instrumente von diesen zur Reinigung.

Erstaunte Patienten

Seit Februar ist "Rolliver" im Einsatz und flitzt dabei auch an jeder Menge Patienten vorbei. Erwachsene würden sich wundern und interessiert nachfragen, "für Kinder ist er ein Highlight", erzählt Holzknecht von den bisherigen Reaktionen. Vor allem aber sei der Roboter "eine wirklich große Unterstützung für uns."

Bisher sei eine Mitarbeiterin nahezu den ganzen Tag ausschließlich mit dem Einsammeln der unreinen Instrumente, die nach jedem Patienten getauscht werden müssen, beschäftigt gewesen. Diese könne nun qualitätsvollere Aufgaben übernehmen.

Transportroboter Rolliver in der Klinik Innsbruck

"Rolliver" hat jeden Tag Patientenkontakt

"Das Personal soll sich darauf konzentrieren können, wofür es da ist", sagt ÖVP-Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele und betont: "Niemand soll ersetzt werden. Es muss uns aber ein Anliegen sein, die Leute zu entlasten, die wir haben." Bekanntlich ist Personal im Krankenhausbereich ohnehin Mangelware.

Hagele geht davon aus, dass "Rolliver" noch weitere Roboter folgen werden. "Das wird sich rasend schnell erweitern. Wir sind in einem Wandel", ist sie überzeugt. 

Erster Transportroboter im Klinikeinsatz

In Tirol ist "Rolliver" der erste autonome mobile Transportroboter (AMR) im Krankenhauseinsatz. Bereichsleiter Gerald Slamanig weiß österreichweit auch von keinem anderen Spital, das ein derartiges Gerät bereits in Verwendung hat und das vor allem durch nicht geschützte Bereiche fährt und so bestehende Infrastruktur nutzt.

Man wolle Mitarbeiter "von zeitaufwendigen Standardtätigkeiten freispielen, um sie für qualitätsvolle Prozesse einzusetzen", betont auch er. Slamanig geht davon aus, dass sich die Anschaffungskosten von "Rolliver" - unterhalb einer sechsstelligen Euro-Summe - innerhalb von zwei Jahren amortisiert haben.

"Modernste Sensorik" sorge dafür, dass "Rolliver" sich "frei im Klinikbereich bewegen kann", erklärt Slamanig. Der Roboter kann sehen, hören und Entfernungen ertasten. Mittels Laser-Scanner erkennt er Menschen, Wände und Objekte. Dazu verfügt er über 3D-Infrarot-, Ultraschall- und Bodensensoren.

Seine Transportwege absolviert das Gerät autonom ohne Personalinteraktionen, fährt auch mit dem Lift oder öffnet versperrte Türen. Und "Rolliver" ist für den Ernstfall vorbereitet. Bei einem Brand im Klinikgebäude ist er so programmiert, dass er zu einem definierten Sicherheitsbereich fährt. Und somit keine Fluchtwege blockiert.

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