Männlichen Marketender ausgeladen: Schützen entschuldigen sich
Nach dem Wirbel um die Ausladung der Haller Speckbacher Stadtmusik vom 72. Bezirksschützenfest aufgrund eines männlichen Marketenders, der bei der Musikkapelle mitmarschiert, sind in der Salzstadt nun wieder versöhnliche Töne angeschlagen worden. Im Zuge einer Aussprache der Traditionsvereine bei der Stadtführung wurde die Stadtmusik von den Schützen wieder eingeladen und eine Entschuldigung wurde ausgesprochen, berichtete die Tiroler Tageszeitung am Donnerstag.
Das Gespräch zwischen der Haller Stadtmusik und den Bezirksschützen fand laut Bürgermeister Christian Margreiter auf "Augenhöhe" statt. Er erneuerte seine Kritik, dass es "inakzeptabel" sei, dass ein "verdienter Haller Verein" vom Schützenfest ausgeladen werde. Die Schützen hätten "zugestanden, dass es nicht gehe, einem anderen Verein zu sagen, in welcher Zusammensetzung er ausrücken soll". Margreiter wunderte sich jedoch gleichzeitig über das große Interesse an der Causa, denn es gebe größere Probleme als die Frage, "wer den Schnaps ausschenkt".
Stadtmusik kommt trotzdem nicht zum Fest
Beim Bezirksschützenfest Ende Juni aufspielen wird die Speckbacher Stadtmusik aber dennoch nicht. "Nach der Ausladung haben wir den Termin sofort aus unserem internen Kalender gestrichen", meinte Obfrau Claudia Posch, die von einer Entschuldigung der Schützen berichtete. Viele Musikerinnen und Musiker hätten damit schon andere Pläne für den Tag. Daher wollte der Bürgermeister nun auch nicht am Fest teilnehmen.
Die Schützen hätten der Musikkapelle jedenfalls "die Hand ausgestreckt", meinte der Kommandant der Bezirksschützen, Kurt Mayr, gegenüber der TT. Man sei auf einen "gemeinsamen Nenner gekommen". Die Ausladung hatten die Bezirksschützen damals indes auch mit der erst kürzlich erfolgten Entscheidung begründet, keine Frauen am Gewehr zuzulassen. Man wollte öffentliche Kontroversen darüber vermeiden.
"Diskussionen sind im Gespräch zu lösen und nicht durch öffentliche Debatten zu verschärfen", sagte dazu Landeskommandant Thomas Saurer, der in der Causa aber "nicht als Richter" auftreten wollte. Um Diplomatie bemüht war auch der Obmann des Tiroler Landesmusikverbands, Peter Spanblöchl. Er ortete keinen "Clinch zwischen Musikanten und Schützen", verwies er jedoch auf teils unterschiedliche Ansichten.
Teils empörte Reaktionen über Ausladung
Die Ausladung der Speckbacher Stadtmusik vom Bezirksschützenfest in Hall hatte Anfang Juni die Wogen hochgehen lassen, breite mediale Berichterstattung und teils empörte landespolitische Reaktionen waren die Folge. Die Stadt Hall überlegte auch eine Streichung der Förderung für das Fest, davon war nun keine Rede mehr.
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