Mädchen (7) verwahrlost und massiv abgemagert: Eltern in U-Haft
Die Verdächtigen wurden in U-Haft genommen (Symbolbild)
Die Tiroler Polizei hat die Eltern eines siebenjährigen Mädchens festgenommen. Diese hatten das Kind Ende April in einem offenbar verwahrlosten und lebensbedrohlichen Zustand ins Krankenhaus gebracht: Das Mädchen war "massiv abgemagert", sagte ein Staatsanwaltschaftssprecher zur APA.
Den Eltern wird vorgeworfen, ihre Fürsorgepflicht über einen längeren Zeitraum gröblich vernachlässigt und es insbesondere unterlassen zu haben, rechtzeitig die gebotene medizinische Versorgung der Siebenjährigen zu gewährleisten, hieß es am Mittwoch.
Der 35-jährige Vater sowie die 40-jährige Mutter wurden schließlich am Montag und Dienstag dieser Woche festgenommen, nachdem sie sich selbstständig zur Polizei begeben hatten, hieß es am Mittwoch.
Festnahme angeordnet
Zuvor waren sie für die Ermittler "nicht greifbar" gewesen, wie der Sprecher der Innsbrucker Staatsanwaltschaft, Hansjörg Mayr, erklärte. Daraufhin ordnete die Anklagebehörde die Festnahme an.
Die Beschuldigten wurden letztlich in die Innsbrucker Justizanstalt eingeliefert. Am Mittwoch wurde die Untersuchungshaft über die Eltern verhängt. Bisher machten sie vor den Ermittlern keine konkreten Angaben, hieß es. Gegen die beiden wird wegen des Verdachts auf Quälen oder Vernachlässigen unmündiger, jüngerer oder wehrloser Personen ermittelt.
Das Mädchen befand sich unterdessen zwar in "sehr schlechtem, aber derzeit nicht akut lebensbedrohlichem Zustand" im Krankenhaus, ließ Staatsanwaltschaftssprecher Mayr wissen.
Über längere Zeit nicht versorgt
Die Siebenjährige habe bisher zudem an einer "schwer zu behandelnden Hauterkrankung" gelitten. Dies habe mit dem vorgeworfenen Verhalten der Eltern nichts zu tun, betonte Mayr.
Allerdings seien die Symptome dieser Erkrankung bei Einlieferung in das Krankenhaus extrem ausgeprägt gewesen. Das lasse darauf schließen, dass das Mädchen über längere Zeit nicht entsprechend medizinisch behandelt bzw. versorgt worden sei.
Eine Meldung nach dem Gewaltschutzgesetz an das Tiroler Landeskriminalamt am 29. April hatte den Fall ins Rollen gebracht. Darin wurde von dem Transport ins Krankenhaus, der einen Tag zuvor erfolgt war, berichtet.
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