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Hermann Gmeiners Name ist aus Innsbrucks Stadtbild verschwunden

Straße in Amras nach Josefine Sölder benannt. Die Umbenennung erfolgte wegen der Missbrauchsvorwürfe gegen den SOS-Kinderdorf-Gründer.
Straßenschild „Josefine-Sölder-Straße“ mit erklärendem Text auf braunem Schild.

23 Straßen oder Plätze in Innsbruck sind nach Frauen benannt, die jüngste Benennung erfolgte zu Beginn dieser Woche: Die bisherige Hermann-Gmeiner-Straße im Stadtteil Amras trägt nun den Namen von Josefine Sölder.

Die Tirolerin (1864 - 1930) war Pädagogin und in den 1920er-Jahren eine der ersten Frauen im Landtag. „Als Pionierin in zahlreicher Hinsicht hat sie viele Fußspuren hinterlassen“, betonte Vizebürgermeister Georg Willi (Grüne). 

Bereits im April hat sich der Innsbrucker Gemeinderat entschieden, die nach dem Gründer des SOS-Kinderdorfes Hermann Gmeiner bezeichnete Straße neu zu benennen.

Hintergrund sind wie in anderen Kommunen auch die zahlreichen Missbrauchsvorwürfe gegen Gmeiner.

Gedenkblatt mit Porträt von Josefine Sölder und deutschem Trauertext.

Sölder habe sich über Jahrzehnte für Frauenrechte eingesetzt, begründete Vizebürgermeisterin Elisabeth Mayr die Namenswahl. „Sie war eine mutige Frau, die sich ihr Leben lang mit vollem Engagement für das eingesetzt hat, was sie für richtig hielt.“

Eine Korrektur

Gmeiners Namen zu entfernen sei notwendig, betonte Lukas Morscher, Leiter des Innsbrucker Stadtarchivs. „Heute wissen wir, dass mit Hermann Gmeiner jahrzehntelang ein mutmaßlicher Missbrauchstäter geehrt wurde. Deshalb setzten wir den Schritt, um das zu korrigieren.“

Auch wenn mit der Josefine-Sölder-Straße nun 23 öffentliche Bezeichnungen nach Frauen benannt sind - da ist noch viel Luft nach oben.

Von 640 Straßen und Plätzen bzw. 19 Brücken in Innsbruck sind 311 nach Personen benannt, 288 nach Männern.

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