Bartgeier im Alpenzoo sollen durch Trick zu Adoptiveltern werden
Im Innsbrucker Alpenzoo hat das Bartgeierpaar "Romeo" und "Juliet" in den vergangenen Wochen fürsorglich sein Ei bebrütet. "Umso bedauerlicher ist es, dass das Ei nach rund einem Monat Brutzeit zerbrach. Solche Verluste kommen bei Naturbruten jedoch immer wieder vor und sind Teil des natürlichen Brutgeschehens", meldet der Zoo nun.
Die Tierpfleger hätten schnell reagiert: Noch rechtzeitig konnten sie zwei Attrappen-Eier in den Horst legen, die von Romeo und Juliet sofort akzeptiert wurden. Damit bleibt das Paar im wichtigen "Brutmodus" und kann – wenn alles gut läuft – in den kommenden Wochen als Ammenpaar für ein Bartgeierküken zur Verfügung stehen.
Für größeren Bruterfolg
"Diese Methode ist ein wesentlicher Bestandteil der internationalen Erhaltungszucht für Bartgeier. In der Natur legen Bartgeier meist zwei Eier. Das später geschlüpfte Küken wird jedoch vom erstgeschlüpften Küken stets attackiert, bis es stirbt – ein Verhalten, das als obligatorischer Kainismus bezeichnet wird", heißt es in einer Aussendung.
Um diesen Verlust zu verhindern und gleichzeitig Handaufzuchten zu vermeiden, werde das zweite Küken in zoologischen Einrichtungen unmittelbar nach dem Schlupf aus dem Nest genommen und zu einem geeigneten Ammenpaar gesetzt. Voraussetzung dafür ist, dass die Ammentiere aktiv brüten und somit ein Küken problemlos annehmen.
Ob "Romeo" und "Juliet" heuer ein Küken adoptieren dürfen, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. "Die Voraussetzungen sind jedoch ausgezeichnet. Derzeit bebrüten innerhalb des Europäischen Bartgeierzuchtprojekts 41 Paare 62 Eier. Da könnte es gut sein, dass Romeo und Juliet als Ammenpaar gebraucht werden."
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