Steirer (84) erstochen: U-Haft über 17-Jährigen verhängt
In dem Haus wurde der 84-Jährige erstochen
Ein junger Mann, gerade einmal 17 Jahre alt, packt Hammer und Messer in die Tasche, schlägt ein Fenster kaputt und steigt in ein Haus ein.
Das Motiv ist verstörend
Dort soll er im Schlafzimmer, so gesteht der Steirer, auf ein Ehepaar eingestochen haben: Ein 84-jähriger Mann wurde in der Nacht zum Mittwoch in St. Peter am Ottersbach (Bezirk Südoststeiermark) getötet, seine Frau (80) überlebte schwer verletzt. Das Motiv des Verdächtigen ist verstörend: „Mordlust.“
Das habe der 17-Jährige selbst gegenüber den Ermittlern angegeben, wie die Polizei bekannt gab. Am Freitag wurde die Untersuchungshaft über den Steirer verhängt.
Beim sogenannten Pflichtverhör Freitagvormittag sei der Verdächtige bei dem Geständnis geblieben, hieß es seitens der Staatsanwaltschaft Graz.
Kannte das Ehepaar nicht
Der Jugendliche, der aus dem Ort stammt, sagte bereits am Donnerstag laut Polizei, er habe das Ehepaar nicht gekannt: Ihr Haus habe er „der Optik wegen“ ausgewählt, da sie vermuten ließ, dass dort ältere Personen leben würden. Von ihnen habe er „wenig Gegenwehr“ erwartet.
Die Ermittlungen sind trotz des Geständnisses nicht abgeschlossen, es laufen Befragungen im Umfeld sowohl des mutmaßlichen Täters als auch der Opfer.
Eine Frage der Zurechnungsfähigkeit
Der Jugendliche ist bisher strafrechtlich nicht aufgefallen, machte eine Lehre. Eine Gerichtsmedizinerin wurde am Freitag bestellt, demnächst wird auch ein Gerichtssachverständiger aus der Kinder- und Jugendpsychiatrie hinzugezogen. Dabei geht es auch darum, etwaige Psychosen auszuschließen und die Zurechnungsfähigkeit zu klären; eine Begutachtung, die ihre Zeit braucht.
Ganz allgemein beschreibt Psychiaterin Sigrun Roßmanith, dass „es darum geht, nachzufragen: Wie ist die Persönlichkeit, wie die Lebensgeschichte? Was führt zu einer Tat gerade jetzt?“ Es gäbe nicht nur „das eine Motiv“, es spiele eine Vielzahl an Aspekten eine Rolle.
„In Szene setzen“
Ein derartiger Ausbruch entwickle sich zudem meist nicht plötzlich. Bei Jugendlichen sei zudem zu beachten, dass sie sich nach Taten oftmals noch zusätzlich „in Szene setzen“ wollen, um cool zu wirken, erläutert die Expertin. „Wie in einer Netflix-Serie zum Beispiel.“
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