Stefanie P. tot gefunden: Leiche in Koffer nach Slowenien gebracht
In diesem Haus in Graz wurde Stefanie P. zuletzt lebend gesehen.
Die Leiche einer seit dem 23. November 2025 vermissten 31-jährigen Frau aus Graz wurde am Samstag in einem Wald in Slowenien aufgefunden. Wie die Polizei Steiermark mitteilte, besteht der Verdacht eines Tötungsdelikts. Der 31-jährige Tatverdächtige, der Ex-Freund der Frau, soll laut Polizeibericht geständig sein.
Am vergangenen Sonntag war Stefanie P. nicht zu einem Termin erschienen. Seither galt die 31-jährige Grazerin - Visagistin und erfolgreiche Betreiberin eines Instagram-Kontos mit Zehntausenden Fans - als vermisst. Ihr Ex-Freund (31) wurde in Slowenien festgenommen und am Freitag den österreichischen Behörden übergeben.
Polizei gab neue Infos und Details bekannt
Am Sonntag-Vormittag informierte die Polizei dann über weitere Details.
Von links: Der interemistische Amtsleiter des Landeskriminalamts, Oberst Markus Haas, Landespolizeidirektor Gerald Ortner, Kriminaldienstleiter von Maribor, Stanko Vidovic und Staatsanwalt Christian Kroschl während einer Pressekonferenz zum Ermittlungsstand im Fall Stefanie P.
Landespolizeidirektor Christian Ortner zeigte sich betroffen: "Eine solche Tat macht uns alle fassungslos." Laut Markus Haas vom Landeskriminalamt sei der 31-jährige Ex-Freund des Opfers rasch in den Fokus der Ermittlungen geraten.
Nachdem ein Freund Stefanie P. am vergangenen Sonntagabend als abgängig gemeldet und einen Unfall befürchtet hatte, sei eine Polizeistreife zur Wohnung der Frau gefahren und habe dort den 31-Jährigen angetroffen.
Erste Hinweise
Abgesehen von "geringfügigen Blutabriebspuren an einem Türstock", habe es zunächst keine Hinweise auf ein Gewaltverbrechen gegeben. Mit Hilfe einer Ortung wurde das Handy der Frau im Grazer Stadtteil Eggenberg gefunden.
Vermisste Influencerin ist tot
Befragungen wurden durchgeführt. Dabei gibt eine Zeugin an, dass sie den Ex-Freund von Stefanie P. bereits am Sonntagvormittag beobachtet hatte, wie er das Wohnhaus der Frau mit "einer Art Plane oder Teppich" verlassen hat.
Wie die Ermittlungen zeigen, ist der 31-Jährige noch am Tag des Verschwindens der Frau nach Slowenien und später wieder zurück nach Österreich gefahren. Als am vergangenen Montag das Landeskriminalamt übernimmt, ist der Mann nicht mehr erreichbar, sein Mobiltelefon wird in der Wohnung der Mutter des 31-Jährigen gefunden.
Festnahme und Auslieferung
Noch am Montagabend wird der Mann in Slowenien von der Polizei im Bereich eines Casinos nahe des Grenzübergangs Spielfeld/Šentilj festgenommen. Er befindet sich in der Nähe seines brennenden Pkw. Das Feuer dient "offensichtlich zur Vernichtung von Spuren und Beweismitteln", ist Haas überzeugt.
Am Freitag wird der Mann nach Österreich ausgeliefert und bricht sein Schweigen.
Leiche im Koffer nach Slowenien gebracht
In mehrstündigen Vernehmungen zeigt sich der 31-Jährige "nach anfänglichem Leugnen und Vorliegen der erdrückende Beweislast zur Tat geständig", berichtet der LKA-Beamte. Der Ex-Freund von Stefanie P. steht unter Mordverdacht. Er erzählt, dass er den Leichnam der Frau "in einem Koffer am Rücksitz seines Autos nach Slowenien gebracht hat".
Am Samstag gibt der 31-Jährige schließlich auch den Ablageort bekannt. Mittags wird schließlich "in der Nähe von Majšperk im Wald einen vergrabenen Koffer gefunden, in dem sich die Leiche einer Frau befand", berichtet der Kriminaldienstleiter von Maribor, Stanko Vidovic. Die Tote wird als Stefanie P. identifiziert.
Bereits vor Ort wird "festgestellt, dass die Frau eines gewaltsamen Todes gestorben ist", so der slowenische Ermittler. Dass die Grazerin erwürgt wurde, will Haas noch nicht bestätigen. Es gelte, die Obduktion der Leiche abzuwarten.
Verwandte verhaftet, Pkw abgebrannt
Bereits am Mittwoch wurden zwei Verwandte des Ex-Freundes der Frau festgenommen. "Am Samstagvormittag wurde die Untersuchungshaft über sie verhängt", berichtet ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Graz auf KURIER-Anfrage. Es bestehe Verdunkelungsgefahr.
Diese wurde inzwischen wieder aufgehoben, da die Anklagebehörde nicht davon ausgeht, dass die zwei Männer an der Tat selbst beteiligt waren. Für den 31-jährigen Tatverdächtigen, der inzwischen in die Justizanstalt Graz Jakomini gebracht wurde, hat die Staatsanwaltschaft hingegen Untersuchungshaft beantragt.
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