Falscher Krebsbefund: Steirerin wurde Teil der gesunden Lunge entfernt

Ein Chirurg operiert mit Handschuhen und Instrumenten unter hellem Licht.
Eine Steirerin soll aufgrund einer Fehldiagnose operiert worden sein. Sie klagt wegen des Verdachts auf Behandlungsfehler.

Zusammenfassung

  • In der Steiermark wurde einer Frau nach einer Fehldiagnose Lungenkrebs ein Teil der gesunden Lunge entfernt.
  • Die Patientin leidet seit der Operation an körperlichen und psychischen Folgen, einschließlich Schlafstörungen und emotionaler Belastung.
  • Die Anwältin der Betroffenen hat Klage wegen Aufklärungs- und Behandlungsfehlern gegen die Ärzte eingereicht.

Nach dem tragischen Fall einer Fehldiagnose in Oberösterreich - einer 30-Jährigen wurde nach einer falschen Krebsdiagnose die Gebärmutter entfernt - wurde am Mittwoch ein ähnlich brisanter Vorfall in der Steiermark bekannt.

Demnach soll Lungenkrebs bei einer Frau festgestellt und ein Teil des Organs entfernt worden sein - allerdings sei der zugrunde liegende Befund falsch gewesen. 

Wie Servus TV berichtet, soll es bereits im Herbst 2024 zu der Fehldiagnose gekommen sein. Auch dem KURIER liegt die Klagsschrift der betroffenen Patientin vor, die von Rechtsanwältin Karin Prutsch-Lang vertreten wird.

Was ist passiert?

Die Steirerin litt im September 2024 unter Fieber, Schüttelfrost und Kopfschmerzen, in einem Grazer Spital wurden erhöhte Entzündungswerte sowie ein "tumoröses Geschehen im Bereich der Lunge" festgestellt. Eine nähere Untersuchung zeigte aber keinen Tumor. Tests einer Gewebeprobe jedoch wiesen auf Turmorzellen hin - letztlich wurde der Patientin ein Stück der Lunge in einer Privatklinik entfernt.

Die war aber völlig gesund, wie sich laut Klage später herausstellte. "Derzeit werden die pathologischen Befunde erneut überprüft", heißt es in der Klagsschrift.

Bereits Abschiedsbriefe geschrieben

Ihre Mandantin leide seit der Operation "nicht nur körperlich, sondern auch psychisch", führt Prutsch-Lang weiters aus: Die Narbe an der Brust sei 15 Zentimeter groß und verursache Taubheits- und Spannungsgefühle. "Seit der Fehldiagnose Lungenkrebs weist die Klägerin auch Schlafstörungen auf", wird betont: "Aufgrund der emotionalen Belastung der Situation verfasste die Klägerin bereits Abschiedsbriefe." 

Die Anwältin brachte Klage ein: Den Ärzten werden Aufklärungs- sowie Behandlungsfehler vorgeworfen.

Seitens der Spitalholding gab es am Mittwoch keine Auskünfte. "Das Gericht wird den komplexen Sachverhalt klären. Wir bitten um Verständnis, dass aufgrund des laufenden Verfahrens aktuell seitens der KAGes keine Stellungnahme abgegeben werden kann“, ließ die Krankenanstaltengesellschaft wissen.

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